Bildungsexperten stellen der dualen Berufsausbildung ein gutes Zeugnis aus. Das Ergebnis einer Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigte jedoch auch, dass es noch viel Potential für Verbesserung gibt. So solle die Berufsorientierung besser und das Angebot zum Erlernen von Zusatzqualifikationen erweitert werden.

Laut einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat die duale Berufsausbildung in Deutschland einen guten Ruf. Von mehr als 1.200 befragten Bildungsexperten schätzen 70 Prozent das Image der dualen Berufsausbildung als überwiegend positiv ein. Weitere 23 Prozent der Fachleute schätzen es sogar als sehr positiv ein.
"Obwohl immer mehr junge Leute nach Beendigung der allgemeinbildenden Schule an die Universitäten und Fachhochschulen drängen und Betriebe zunehmend Schwierigkeiten haben, die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen, genießt die duale Berufsausbildung in Deutschland einen guten Ruf", sagt Friedrich Huber Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Weitere Verbesserungen nötig
Auch wenn die Befragten der dualen Berufsausbildung insgesamt ein positives Image bescheinigen, heiße das nicht, die Hände in den Schoß zu legen, betont Esser. Attraktivitätssteigernde Maßnahmen seien auch in Zukunft erforderlich, um Jugendliche für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen.
Bei den strukturellen Veränderungen ist es den Experten zufolge besonders vielversprechend, die Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen auszubauen. Rund 86 Prozent der Befragten erwartet hiervon einen positiven Einfluss auf das Image, das Jugendliche von der dualen Berufsausbildung haben. Weitere positive Effekte sind zudem durch die Erhöhung des Praxisanteils in der Ausbildung zu erwarten.
Nur wenige Fachleute sehen dagegen in der Verringerung der Zahl der Ausbildungsberufe sowie einer generellen Verkürzung der Ausbildungsdauer Potential für Verbesserung.
Bessere Ausbildung für die Ausbilder
Laut 88 Prozent der Experten lässt sich das Image dagegen durch die Erweiterung des Zusatzangebots bei den Zusatzqualifikationen fördern. Weitere 84 Prozent meinen, dass in der stärkeren Professionalisierung des ausbildenden Personals Potential für Verbesserung liege. Ähnliche Effekte werden von den Fachleuten von einer Anhebung der Ausbildungsvergütung, einer besseren Abstimmung der Lehrpläne von Berufsschulen und Betrieben sowie einer intensiven persönlichen Begleitung der Auszubildenden erwartet.
Darüber hinaus steht die Mehrheit der Bildungsexperten gezielten Kampagnen, die auf eine Verbesserung des Images der dualen Berufsausbildung abzielen, aufgeschlossen gegenüber. Mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass mit solchen Imagekampagnen einerseits leistungsstarke Jugendliche für die duale Berufsausbildung gewonnen werden kann. Ebenso viele gehen davon aus, dass dadurch das Interesse von Jugendlichen geweckt werden könnte, die sich sonst nicht für eine duale Berufsausbildung entscheiden würden. dhz