Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Duale Ausbildung hilft Jugendlichen
Aller Anfang ist schwer! Das gilt auch für den Berufseinstieg. So ist es nicht verwunderlich, dass die Arbeitslosenquote von jungen Menschen praktisch überall höher ist als die allgemeine Arbeitslosenquote. Dennoch fällt auf, dass die Bandbreite zwischen verschiedenen Ländern gewaltig ist.
In Ländern wie Spanien ist die Jugendarbeitslosigkeit traditionell schon immer hoch gewesen, aber durch die Finanzkrise hat sie mit gegenwärtig über 40 Prozent ein erschreckendes Ausmaß erreicht. In Deutschland liegt sie nach vergleichbarer Zählweise nur bei knapp zehn Prozent. Einer der Hauptgründe für diese Unterschiede liegt in der Arbeitsmarktregulierung. Bei einem stark ausgeprägten Kündigungsschutz ist es für Jugendliche schwerer, den Einstieg zu finden. Kommt dann noch ein schwach ausgebildetes System der beruflichen Bildung hinzu, kann die Jobsuche für Jugendliche schnell zum Teufelskreis werden. So lange sie in beruflicher Hinsicht ein unbeschriebenes Blatt sind, bekommen sie nur schwer eine Chance, weil Fehlentscheidungen ein hohes Kostenrisiko darstellen.
Dass sich Jugendliche hierzulande trotz Kündigungsschutz relativ leicht tun beim Übergang in das Berufsleben, hat mit dem stark normierten System der beruflichen Bildung zu tun. Es erzeugt eine Art Garantie für das Leistungsvermögen der Absolventen, die das Risiko von Fehlentscheidungen bei der Neueinstellung offenbar begrenzt.
So gesehen bedingen berufliche Bildung und Kündigungsschutz einander. Die jüngste Krise hat gezeigt, dass diese Kombination einer eher liberalen Wirtschaftsordnung sogar überlegen sein kann. In Ländern wie England und den USA, wo ein vergleichbares System weitgehend fehlt, ist die Jugendarbeitslosenquote schon in normalen Zeiten höher als in Deutschland. Kein Anlass für die duale Ausbildung also, sich hinter dem Bachelor-Master-System zu verstecken.