Greenpeace hat schon 1995 auf Downsizing gesetzt Erstes Drei-Liter-Auto "Smile" fährt ins Deutsche Museum

Das erste Drei-Liter-Auto der Welt quittiert den Dienst. Am 11. Juni übergab Greenpeace den "Smile" an das Deutsche Museum in München. Die Industrie hat das Downsizing der Motoren inzwischen übernommen, aber sparsamer sind die Autos deswegen nicht geworden.

© Foto: Paul Langrock/Greenpeace

„Smile“ steht für smart, intelligent, light und efficient. Der Renault Twingo mit Benzinmotor kam nach dem Umbau beim Schweizer Rennmotorenher steller Wenko im Auftrag von Greenpeace 1995 mit der Hälfte des Benzins aus.

3,27 Liter Benzin reichten dem „Smile“ für 100 km, dank seiner aerodynamischen Form war er mit 170 km/h sogar schneller als das Ursprungsmodell. Bei einer Testfahrt von Hamburg nach Rom reichte eine Tankfüllung für die rund 1.700 km lange Strecke.

Erreicht wurde der sparsame Verbrauch durch konsequentes Downsizing: Ein Dreizylinder-Ottomotor mit weniger Hubraum bei gleichzeitiger Aufladung der Verbrennungsluft. Die Autoindustrie hat das Konzept längst übernommen, aber nicht nach dem Geschmack von Greenpeace. Denn gleichzeitig sind die Autos immer größer und schwerer geworden. „Die Industrie hat die Technologie des Smile missbraucht“, ärgert sich Wolfgang Lohbeck, ehemaliger „Smile“-Projektleiter.

Zur Übergabe des „Smile“ an das Deutsche Museum in München am 11. Juni appellierte Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser an die Industrie: „Wir brauchen nicht nur sparsamere Autos, sondern vor allem eine bessere Mobilität.“ Er verwies auf Prognosen, wonach sich der globale Autobestand bis 2050 auf vier Milliarden Pkw vervierfachen werde.

Gleichzeitig würde der Anteil der Menschen, die in Städten leben, von 50 auf 75 Prozent steigen. Ohne moderne Mobilitätssy steme sei das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, nicht haltbar.

Im Verkehrszentrum des Deutschen Museums soll der „Smile“ auf der Themeninsel „Verkehr und Umwelt“ neben anderen Versuchs- und Serienfahrzeugen mit alternativen Antriebskonzepten oder innovativen Spritspartechnologien gezeigt werden.

Bis dahin werden aber noch ein paar Wochen vergehen, denn der „Smile“ müsse noch konservatorisch für die Aus stellung vorbereitet werden, so Bettina Gundler, die Leiterin des Verkehrszentrums im Deutschen Museum, wo rund 500 Fahrzeuge von der großen Dampflokomotive bis zum Kinderroller zu sehen sind, darunter auch das er ste Benzinauto überhaupt, der Benz Patentmotorwagen. ste