Kommen Sie der Kultur mit einer Schlemmerreise auf die Spur
Drei Künstler und ihre Beziehungen zu Oberösterreich
Oberösterreich hat mit der Vielfalt seiner Landschaften zwischen dem Böhmerwald im Norden und dem Dachstein im Süden immer wieder Künstler inspiriert. Zu den herausragendsten Beispielen zählen der Maler und Grafiker Alfred Kubin, der Komponist Anton Bruckner und der Schriftsteller Adalbert Stifter.
1906 kaufte Alfred Kubin das Schlösschen Zwickledt oberhalb von Wernstein am Inn. Hier lebte und arbeitete Kubin bis zu seinem Tod im Jahr 1959. Heute erinnert Zwickledt als Museum an seinen einstigen Besitzer und ist von April bis Oktober für Besucher geöffnet. Ein zweiter Ort, an dem das Erbe Kubins intensiv gepflegt wird, ist die oberösterreichische Landesgalerie in Linz. Mit mehr als 4.000 Objekten verfügt sie über die weltweit größte Sammlung an Originalwerken Kubins.
Anton Bruckner wurde am 4. September 1824 im oberösterreichischen Dorf Ansfelden als ältestes von elf Kindern eines Lehrers geboren. Seine musikalische Prägung erhielt er im Stift St. Florian. In Linz selbst war Bruckner vorwiegend als Domorganist tätig. Im alten Dom, der ehemaligen Jesuitenkirche, entfaltete er auf der heute noch so genannten Bruckner-Orgel sein virtuoses Spiel. Die Stadt selbst ehrte den großen Komponisten mit der Namensgebung des Bruckner-Hauses, des modernen Konzerthauses am Ufer der Donau, und mit dem jährlichen Bruckner-Festival im September. Natürlich steht bei dieser Veranstaltung die Musik des Oberösterreichers im Mittelpunkt.
Der 1805 in Oberplan im Böhmerwald geborene Dichter Adalbert Stifter kehrte 1848 aus Wien zurück und lebte bis zu seinem Tod 1868 in Linz. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller engagierte er sich in dieser Zeit als Landesschulinspektor für das Bildungswesen und machte als Konservator, Kunstförderer und Maler auf sich aufmerksam. Der Böhmerwald, jene archaische Granitlandschaft zwischen dem Norden Oberösterreichs, Südböhmen und Bayern spielte auch in seinen Werken immer wieder eine große Rolle. Seine akribischen Tagebuchaufzeichnungen, vor allem über seine Ess- und Trinkgewohnheiten, machten es möglich, anlässlich seines 200. Geburtstages im Jahr 2005 sich auch kulinarisch auf eine Spurensuche nach dem Vermächtnis Stifters zu machen.
Dass man in Oberösterreich nicht nur kulturell schlemmen, sondern auch wahre Gaumenfreuden genießen kann, wusste vor allem Alfred Kubin zu schätzen. Bei seiner Suche nach einer Haushälterin ließ er die Damen der Reihe nach erst einmal Apfelstrudel zubereiten. Die mit dem besten Rezept bekam natürlich die Stelle. ch
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