Konjunktur DIW senkt Wachstumsprognosen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt. In diesem Jahr rechnen die Experten mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent.

DIW senkt Wachstumsprognosen

Noch zu Jahresbeginn hatten die Experten für beide Jahre ein BIP-Plus von jeweils rund zwei Prozent vorausgesagt. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um fünf Prozent eingebrochen und hatte damit die stärkste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erfahren.

"Damit kommen wir nur mühsam aus der Krise heraus. Mit Blick auf die Finanzmärkte bleiben aber große Unsicherheiten", sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. Nach dem Ende des akuten Krisenmanagements sei jetzt wieder eine langfristig orientierte Wirtschaftspolitik gefragt. "Die größte Herausforderung wird es sein, angesichts der enorm gestiegenen Schuldenlast wieder politische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen", erläuterte er. Der moderate Aufschwung sei 2010 vor allem der Erholung der Weltwirtschaft zu verdanken. Im kommenden Jahr werde dann die Binnennachfrage das Wachstum stützen.

Eine stabile Entwicklung erwartet das DIW für den deutschen Arbeitsmarkt. Die Talsohle sei durchschritten. Die Arbeitslosenquote werde 2010 bei voraussichtlich 7,8 Prozent und 2011 bei 7,7 Prozent liegen. "Erwartungen, dass es zu einer massiven Zunahme der Arbeitslosigkeit infolge der jüngsten Krise kommt, haben sich bisher nicht bestätigt", sagte DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. "Und es spricht nichts dafür, dass sie eintreten werden", fügte er hinzu. Allerdings sei das Wirtschaftswachstum für eine deutliche Ausweitung der Beschäftigung nicht stark genug.

ddp