Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet im laufenden Jahr mit einem geringeren Wachstum als 2010. Zwar bleibe das wirtschaftliche Umfeld günstig. Nach den massiven Einbrüchen während der Krise hätten im vergangenen Jahr aber Aufholeffekte einen großen Teil zum Wachstum beigetragen, sagte Ferdinand Fichtner, Leiter der Querschnittsgruppe Konjunkturpolitik am DIW.
DIW erwartet 2011 geringeres Wirtschaftswachstum
Für das erste Quartal 2011 erwartet das DIW eine Produktionssteigerung von 0,6 Prozent. Dies werde durch die gute Auftragslage in der Industrie gestützt, hieß es. Besonders kräftig sei der Zugang der Neubestellungen im November bei den Investitionsgütern gewesen. Dabei habe das nichteuropäische Ausland mit einem Plus von 21,6 Prozent eine tragende Rolle gespielt. "Diese beeindruckende Entwicklung zeigt, dass das Potenzial der deutschen Exportbranche bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist", sagte Fichtner.
Zum Ende des vergangenen Jahres haben die strengen Witterungsbedingungen das Wirtschaftswachstum leicht gedämpft. Nach Schätzung des DIW ist die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2010 um 0,5 Prozent gewachsen. "Im Jahresdurchschnitt 2010 kommen wir so trotzdem noch auf eine Zunahme von 3,6 Prozent ? hiermit legt die deutsche Wirtschaft eine blendende Bilanz im internationalen Vergleich vor", sagte DIW-Konjunkturexperte Vladimir Kuzin. Im Dezember hatte das DIW für das Schlussquartal noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,7 Prozent prognostiziert.
dapd