Dritter bundesweiter Aktionstag Diversity-Tag: Vielfalt fördert Fachkräfte

Ob Hautfarbe, Herkunft, Religion oder auch schlicht das persönliche Alter: Viele Faktoren machen eine Persönlichkeit aus und all diese Aspekte bereichern durch ihre Vielfalt Unternehmen. Dieser Gedanke steht hinter dem "Diversity-Tag", der heute bundesweit stattfindet. Welche Aktionen unter dem Motto "Vielfalt Unternehmen" laufen und was sie bezwecken.

Um Vielfalt in Unternehmen und Organisationen geht es am 3. bundesweiten "Diversity-Tag". - © colourbox

Unternehmen und Institutionen stellen am 9. Juni 2015 den Vielfaltsgedanken in den Mittelpunkt. Sie zeigen am 3. bundesweiten "Diversity-Tag", wie Vielfalt ihre Position stärkt und hilft, wichtige aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zu bewältigen. Eine Überblickskarte über die geplanten Aktionen steht hier .

Der Aktionstag wird vom Verein "Charta der Vielfalt" initiiert. Der Verein will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Ziel ist, dass alle Mitarbeiter Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Wie wichtig Vielfalt auch für die Fachkräftesicherung ist, stellt Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), fest: "Die Nutzung aller Potenziale, die Integration und Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und die Inklusion Benachteiligter sind unentbehrlich für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und unseren gesellschaftlichen Wohlstand."

Mehrheit zufrieden mit betrieblichem Alltag

Laut BIBB-Datenreport 2015 fühlen sich Auszubildende mit Migrationshintergrund in der betrieblichen Ausbildung voll und ganz als Teil einer sozialen Gemeinschaft und erhalten in hohem Maße Unterstützung durch ihr betriebliches Umfeld - ohne Unterschiede nach ihrer Herkunft .

Die große Mehrheit der Auszubildenden (78 %) sieht sich - unabhängig von einem Migrationshintergrund - den fachlichen Anforderungen gewachsen. Wenngleich Auszubildende mit Migrationshintergrund seltener im Wunschberuf eine Ausbildung erhalten, sind sie dennoch mit ihrem betrieblichen Alltag insgesamt sowie mit den meisten Aspekten ähnlich zufrieden wie Auszubildende ohne Migrationshintergrund. Arbeitsanforderungen empfinden sie ähnlich häufig als belastend - wie beispielsweise starken Termin- und Arbeitsdruck.

Mehr Monotonie für Migranten

In der Einschätzung der betrieblichen Ausbildungsrealität zeigen sich jedoch auch Unterschiede zwischen beiden Gruppen, so die BIBB-Analyse auf Grundlage der BIBB/BAuA-Jugenderwerbstätigenbefragung. Auszubildende mit Migrationshintergrund sehen sich seltener neuen Aufgaben gegenüber. Häufiger hingegen sind sie bei den Arbeitsaufgaben von Monotonie betroffen und fühlen sich davon auch stärker belastet. Hier plädieren die BIBB-Fachleute dafür, den Jugendlichen regelmäßig lernförderliche, abwechslungsreiche Tätigkeiten zu übertragen, da sich diese am stärksten auf die Motivation von Auszubildenden auswirken.

Nach wie vor haben junge Menschen mit Migrationshintergrund mehr Schwierigkeiten, eine Ausbildungsstelle zu finden. Wie eine Analyse anhand der Daten der BA/BIBB-Bewerberbefragung zeigt, befanden sich nur 29 % der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) für das Ausbildungsjahr 2013/2014 gemeldeten Bewerber bis Jahresende 2014 in einer betrieblichen Ausbildung, im Vergleich zu 44 % bei den Bewerbern ohne Migrationshintergrund.

Übergang in Ausbildung schwieriger mit Migrationshintergrund

Auch wenn vielen von ihnen in der Folgezeit noch der Einstieg in Ausbildung gelingt, zeigen die Ergebnisse der BIBB-Übergangsstudien, dass sich der Übergang in Ausbildung für junge Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt schwieriger gestaltet.

Das BIBB wird mit seinem Portal "Anerkennung für Deutschland" zusammen mit dem Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" am 9. Juni bei einem Diversity-Open-Air-Event am Potsdamer Platz in Berlin vertreten sein. Unter dem Motto "Top im Job - auch in Deutschland?" gibt es Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse auf Deutsch und Englisch. Näheres unter www.anerkennung-in-deutschland.de . dhz