Nur wenige Banken passen Zinsniveau an Dispozinsen: Kunden zahlen bis zu 14,25 Prozent

Bankkunden zahlen immer noch bis zu 14,25 Prozent Dispozinsen, wenn sie ihr Konto überziehen. Das hat die Stiftung Warentest in ihrer jährlichen Erhebung rausgefunden. Nur wenige Banken hätten ihr Zinsniveau nach unten angepasst, an anderer Stelle die Preise jedoch dafür erhöht.

Noch immer passen nur wenige Banken ihre Dispozinsen nach unten an. Auch die Transparenz der Kreditinstitute lässt zu wünschen übrig. Der Zins wird oft nicht vor Kontoeröffnung mitgeteilt. - © Foto: VRD/Fotolia.com

Obwohl sich Banken und Sparkassen für weniger als ein Prozent Geld bei der Europäischen Zentralbank leihen können, zahlen Bankkunden nach Erkenntnissen der Tester immer noch bis zu 14,25 Prozent Dispozinsen, wenn sie ihr Konto überziehen. Die jährlichen Erhebungen der Zeitschrift "Finanztest" hätten dennoch Wirkung gezeigt: Knapp 250 der 1504 untersuchten Banken haben demnach ihren Dispozins seit dem Vorjahr um mindestens einen Prozentpunkt gesenkt. Einige Banken erheben dafür aber jetzt höhere Kontoführungsgebühren, so die Tester.

Die Tester ermittelten Zinsunterschiede von fast 10 Prozentpunkten. Den günstigsten Dispozins verlange die Deutsche Skatbank mit 4,90 Prozent, 14,25 Prozent zahlten hingegen Kunden mit schlechter Bonität bei der Volksbank Westenholz und der Raiffeisenbank Weil und Umgebung. Der Durchschnitt der Dispozinsen liege bei 10,65 Prozent. Einige Banken versuchen beim Dispo besser auszusehen als sie sind. Sie bieten günstige Dispozinsen nur für Girokonten mit hoher Kontoführungsgebühr.

Dispozins wird oft erst nach Kontoeröffnung mitgeteilt

Ebenso lässt die Transparenz der Banken zu wünschen übrig. Demnach veröffentlichen sehr viele Banken den Dispozins nach wie vor nicht im Internet, so dass für Kunden kaum ein Vergleich möglich ist. Auch ein Preisaushang vor Ort sei nicht immer auffindbar gewesen, obwohl die Banken gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihn in der Filiale auszuhängen. Die Ausreden der Mitarbeiter waren abenteuerlich: Man kenne den Dispozins selbst nicht oder teile ihn erst nach der Eröffnung eines Kontos mit. Oft seien es teure Banken, die den Kunden die Höhe des Zinses für die Überziehung ihres Kontos verschweigen.

Die Ergebnisse des aktuellen Tests zu Dispozinsen sind in der Oktober-Ausgabe von Finanztest veröffentlicht. dhz