Tankrabatt-Debatte Diesel über 2,10 Euro: Handwerk macht Druck auf Berlin

Das Bundeskartellamt prüft, der Kanzler beobachtet, doch an den Zapfsäulen steigen die Preise weiter. Der Sächsische Handwerkstag hält dagegen: Bis zu 64 Prozent des Spritpreises seien Steuern und Abgaben – die Regierung könne sofort handeln.

Diesel kostet aktuell über 2,10 Euro pro Liter – seit Kriegsbeginn im Nahen Osten ein Anstieg von mehr als 37 Cent. - © ferkelraggae - stock.adobe.com

Bundeskanzler Friedrich Merz will noch keine Entscheidung über einen möglichen Tankrabatt treffen. "Wir beobachten die Entwicklung an den Energiemärkten sehr intensiv", bekräftigte der CDU-Politiker am 9. März seine Haltung. "Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundeskartellamt sind auch in eine Prüfung eingetreten", fügte er hinzu. Er wolle dem Ergebnis dieser Prüfung nicht vorweggreifen. Auch er betrachte die Entwicklung der Energiepreise und ihre mögliche Auswirkung auf die Konjunktur mit Sorge.

Sächsischer Handwerkstag schlägt Alarm

Unterdessen hat der Sächsische Handwerkstag angesichts der gestiegenen Benzin- und Dieselpreise Alarm geschlagen. "Jetzt ist die Politik gefragt. Die Bundesregierung darf nicht weiter zusehen, wie die Spritpreise immer weiter nach oben gehen oder auf dem hohen Niveau verharren", sagte der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Uwe Nostitz. "Die Kosten belasten die sächsischen Handwerksbetriebe, die Mitarbeiter und die Kunden enorm." Die Sorge im Handwerk sei groß, dass angesichts hoher Spritkosten die Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten aus dem Handwerk einbreche oder verschoben werde.

Nostitz: Regierung hat alle Hebel in der Hand

Nostitz verwies darauf, dass auch der Staat einer der Profiteure von steigenden Preisen an den Tankstellen sei. "Im Jahr 2025 betrug der Steuer- und Abgabenanteil am Spritpreis im Schnitt rund 64 Prozent bei Benzin und rund 56 Prozent bei Diesel", betonte er. Die Bundesregierung habe also alle Hebel in der Hand, die Preise zu senken, fügte er hinzu.

Spritpreise seit Kriegsausbruch gestiegen - zuletzt langsamer

Die Spritpreise waren seit Kriegsbeginn im Nahen Osten deutlich gestiegen. Nachdem sich ihr Anstieg über das Wochenende verlangsamt hatte, beschleunigte er sich am Montag wieder – die Zwei-Euro-Marke könnte überschritten werden. Wie der ADAC auf Anfrage mitteilte, lag der durchschnittliche Preis am Sonntag für Super E10 bei 1,984 Euro je Liter. Am Vortag waren es 1,980 Euro und vor Kriegsbeginn (27. Februar 2026) 1,778 Euro je Liter.

Noch deutlicher war der Preisanstieg bei Diesel: Hier lag der Tagesdurchschnittspreis am Sonntag bei 2,117 (Vortag: 2,110) Euro pro Liter. Vor Ausbruch des Krieges am 27. Februar hatte der Tagesdurchschnittspreis für Diesel dagegen noch bei 1,746 Euro pro Liter gelegen.