Zweiter Photovoltaik-Gipfel Diese Maßnahmen sollen jetzt den Solar-Ausbau beschleunigen

Von der großen Freiflächenanlage bis zur kleinen Balkonanlage – Wirtschaftsminister Robert Habeck will an vielen Stellschrauben drehen, um mehr PV-Anlagen ans Netz zu bringen.

Solarpark mit Schaf
Habeck plant mehr Flächen und schnellere Genehmigungsverfahren für einen schnelleren PV-Ausbau in Deutschland. - © einechterreichwein - stock.adobe.com

Mit einem Bündel an Maßnahmen will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland weiter vorantreiben. "Wir haben zum ersten Mal in Deutschland die Chance zweistellige Zahlen beim Zubau zu sehen", sagte der Grünen-Politiker nach dem zweiten Photovoltaik-Gipfel. Die schon im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen zeigten Wirkung. Allein im ersten Quartal 2023 sei ein Zubau von 2,7 Gigawatt erreicht worden. Ursprünglich galt für 2023 ein Zwischenziel von neun (Vorjahr: sieben) Gigawatt. Wie ein vorgelegtes Strategiepapier zeigt, sollen weitere Maßnahmen den Ausbau beschleunigen.

Neuer Schub auch für PV-Anlagen im Gewerbe

So sollen ausreichend Flächen für Freiräume zur Verfügung gestellt und die entsprechenden Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Dabei sollten die Flächen möglichst intelligent genutzt werden, um Flächenkonkurrenzen zu vermeiden. Als Beispiel nannte er Konzepte wie Agri-PV, die sowohl eine landwirtschaftliche als auch eine solare Nutzung, etwa im Obstbau, ermöglichen. Auch der Ausbau von PV-Anlagen im gewerblichen Bereich soll einen Schub bekommen.

Erste Maßnahmen sollen noch vor Sommerpause ins Kabinett

Darüber hinaus soll die PV-Nutzung in Mehrfamilienhäusern durch ein Programm zur gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung ausgebaut und die Nutzung von PV-Anlagen auf Balkonen erleichtert werden. Geplant sind auch der Abbau steuerlicher Hürden sowie eine bessere Akzeptanz durch die Teilhabe von Kommunen.

Ein Teil der Maßnahmen soll im Rahmen des sogenannten Solarpaketes I noch vor der Sommerpause ins Kabinett, teilte das Ministerium mit. Weitere Maßnahmen, für die längere Vorarbeiten nötig sind, sollten in einem Solarpakt II später folgen. Ein erster Gipfel mit Vertretern der Branche hatte im März stattgefunden.

Bundesverband Solarwirtschaft lobt Strategie

Der Bundesverband Solarwirtschaft begrüßte die Pläne. "Deutschlands Solartechnik-Ausbauziele sind ehrgeizig, aber ohne Alternative", sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft. Nur mit umfassenden energiepolitischen Reformen und einem konsequenten Abbau von Investitionsbarrieren werde man den Photovoltaik-Anteil in den kommenden zehn Jahren von derzeit gut zehn Prozent auf 30 Prozent steigern können, bei einem zugleich stark wachsenden Stromverbrauch.

Wie Körnig weiter ausführte, sei der Zubauanstieg im ersten Quartal 2023 vor allem auf einen beispiellosen Solarboom in deutschen Eigenheimsiedlungen zurückzuführen. Jetzt komme es darauf an, das Wachstum in allen Photovoltaik-Segmenten auf die notwendige "Lichtgeschwindigkeit" zu bringen.