Hauptuntersuchung Diese Mängel lassen Autos beim TÜV durchfallen

Der aktuelle TÜV‑Report zeigt, welche Bauteile besonders oft versagen – und worauf Autofahrer vor der Hauptuntersuchung achten sollten.

Defekte oder falsch eingestellte Scheinwerfer sind das häufigste Problem bei Fahrzeugen. Ein Rundgang ums Fahrzeug deckt laut TÜV aber in der Regel die meisten Fehler auf. - © industrieblick - stock.adobe.com

Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband, rät Haltern, sich vor der HU einen Eindruck vom Zustand ihres Fahrzeugs zu verschaffen. Je älter ein Auto sei und je mehr Bauteile auffällig seien, desto sinnvoller sei eine vorherige Prüfung in einer Fachwerkstatt.

Scheinwerfer verursachen die meisten Mängel

Mit deutlichem Abstand führt das Abblendlicht die Mängelliste an. Laut Schneider funktionieren die Scheinwerfer häufig gar nicht oder sind falsch eingestellt. Dies könne dazu führen, dass andere Verkehrsteilnehmer geblendet oder Fahrzeuge in kritischen Situationen übersehen werden. Der TÜV-Verband empfiehlt daher, vor der HU alle Leuchten zu prüfen. Ein Rundgang um das Fahrzeug, bei dem auch die Kennzeichenbeleuchtung kontrolliert wird, decke die meisten Fehler auf. Im Herbst böten Werkstätten und Prüforganisationen diesen Service im Rahmen der "Aktion Lichttest" oft kostenlos an.

Bremsanlage als Sicherheitsrisiko

Die Plätze zwei bis vier der Mängelliste belegen verschiedene Komponenten der Bremsanlage. Dazu zählen laut TÜV-Verband verschlissene, riefige oder stark korrodierte Bremsscheiben. Auch gebrochene, lose oder verölte Bremsbeläge sowie eine unsachgemäße Montage führten zur Verweigerung der Plakette.

Besonders gefährlich seien undichte oder beschädigte Bremsleitungen. "Bei einem Verlust von Bremsflüssigkeit lässt der Druck im Bremssystem nach, was im schlimmsten Fall zu einem Totalausfall der Bremsen führen kann", warnt Schneider. Während Bremsscheiben und -beläge bei offenen Felgen oft von außen sichtbar sind, sei eine abschließende Beurteilung nur in der Werkstatt möglich. Warnzeichen wie Geräusche, Ruckeln oder ein seitliches Ziehen beim Bremsen müssten Autofahrer unbedingt ernst nehmen.

Auch Reifen werden oft beanstandet

Auf Platz fünf der häufigsten Mängel stehen gebrochene oder verschlissene Federn. Sie sind zusammen mit den Schwingungsdämpfern für die Fahrstabilität zuständig. Defekte an diesen Bauteilen seien gefährlich, da sie die Kontrolle über das Fahrzeug beeinträchtigen, erklärt Schneider. So verlängere sich der Bremsweg um bis zu 20 Prozent und in Kurven könne das Fahrzeug instabil werden. Ein Federbruch während der Fahrt mache ein Auto sofort manövrierunfähig. Anzeichen für Mängel sind laut TÜV-Verband Vibrationen am Lenkrad, ein unpräzises Fahrverhalten oder Ölspuren an den Dämpfern.

Die Reifen belegen Platz sechs der Mängelliste. Die Probleme reichen laut Schneider von Beulen und Alterungsrissen über eine zu geringe Profiltiefe bis hin zu unzulässigen Reifengrößen. Der TÜV-Verband empfiehlt eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern, obwohl gesetzlich nur 1,6 Millimeter vorgeschrieben sind. Da das Gummi mit der Zeit an Elastizität verliere, sollten Reifen spätestens nach sechs bis acht Jahren ersetzt werden. ewö