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Warum es Verputzter schwer und Dachdecker leicht haben Diese Handwerker haben bei Bauherren den besten Ruf

Warum sind Zimmerer beliebter als Elektriker? Mit einigen Gewerken sind private Bauherren zufriedener als mit anderen. Das hat einen recht kuriosen Grund.

Wer als SHK´ler, Verputzer oder Elektriker auf der Baustelle eines privaten Bauherren arbeitet, hat es schwerer als Kollegen aus anderen Gewerken – das ist das Ergebnis der Bauherren-Studie 2017 von Almondia. Der digitale Hausbau-Berater hat mehr als 1.000 Bauherren befragt, wie zufrieden sie mit den unterschiedlichen Handwerkererarbeiten waren.

Zwar erhielt keines der Gewerke eine wirklich schlechte Bewertung, dennoch fielen die Urteile für Dachdecker und Zimmerer im Schnitt fast eine halbe Notenstufe besser aus als für Handwerker aus dem SHK-Bereich.

Darum sind Dachdecker und Zimmermänner beliebter als Gas- und Wasserinstallateure

Dachdecker beliebt - Bauherren Studie 2017

Doch warum ist das so? Hierfür hält der Bauherren-Berater eine einfache Erklärung parat. Almondia fragte nicht nur nach der Zufriedenheit, sondern hakte auch nach, in welchen Gewerken sich Bauherren fachlich die meiste Expertise zutrauen. Das Ergebnis: Bei den Arbeiten von Dachdeckern und Zimmermännern mussten mehr als 80 Prozent der Befragten passen.

"Das mangelnde Fachverständnis ist wahrscheinlich auch ein Grund für die hohe Popularität", meint Dr. Gordian Rättich, Geschäftsführer bei Almondia. "Da nur wenige Hausbauer die Qualität beurteilen können, gibt es weniger Stoff für Konflikte auf der Baustelle", schätzt er. Wenn eine Arbeit schlecht ausgeführt wurde, würde dies meist erst viel später auffallen.

Bei Gas- und Wasserinstallateuren sei das anders. Ebenso wie bei den Verputzern. Nicht fachgerecht aufgestellte Heizkörper und unsauber verputzte Wände würden den Bauherren meist deutlich schneller ins Auge fallen.

Viele Bauherren führen Abnahme selbst durch

Für eine hohe Selbsteinschätzung unter den Bauherren spricht, dass jeder Dritte auf das Urteil eines unabhängigen Fachmanns verzichtet und selbst den Bau abnimmt. Externe, vom Bauträger beauftragte Sachverständige kommen bei 13 Prozent der Bauherren zum Einsatz. Fast jeder Fünfte verlässt sich bei der Abnahme auf die hauseigenen Experten des Bauunternehmens.   "Das zeugt von großem Vertrauen in den Bauträger und kann durchaus funktionieren", meint Rättich. Am sichersten würden Bauherren aber noch immer mit neutralen Experten fahren. Vor allem bei Handwerksarbeiten, in denen sich Bauherren selbst viele Kenntnisse zuschreiben. "Halbwissen ist bekanntlich ganz besonders tückisch", warnt Rättich. fre

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