Cargobikes für Handwerker Diese Förderprogramme für Lastenräder gibt es

Lastenräder können nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende leisten, sie sind auch praktische Helfer im Berufsalltag von Handwerkern. Seitens der Kommunen, der Länder sowie des Bundes gibt es viele Förderungen für die Anschaffung von Cargobikes. Ein Überblick.

Eileen Wesolowski

Wer sich ein Cargobike anschaffen möchte, sollte sich gut umsehen: Seitens der Kommunen, Länder sowie des Bundes gibt es viele Förderprogramme. - © Kara - stock.adobe.com

Emissionsfrei zum Kunden fahren: Cargobikes machen das auch für Handwerker möglich. "Lastenräder sind ein sehr starker Symbolträger für die Verkehrswende", sagt Arne Behrensen von cargobike.jetzt, Webplattform rund um das Thema Cargobikes. Allein deshalb gibt es in Deutschland und Österreich eine hohe Anzahl von Förderprogrammen für private und gewerbliche Lastenräder. Hierzulande fördern neben Bund, Ländern und Kommunen auch einige Energieversorger den Kauf und das Mieten von Transporträdern mit und ohne E-Antrieb. Wie genau die Förderung jeweils aussieht, ist je nach Programm unterschiedlich. "Von Pauschbeträgen über Förderungen von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises bis hin zu solchen, die bei 2.000 bis 3.000 Euro gedeckelt sind", nennt Behrensen einige Beispiele.

Lastenräder: Förderprogramm des Bundes seit 1. März

"Leider gibt es bei Lastenrädern keine bundesweit einheitliche und dauerhafte Förderung wie etwa bei den E-Autos, sondern einen sich ständig ändernden Flickenteppich an Förderprogrammen", bemängelt der Lastenrad-Experte. Für potentielle Radkäufer und interessierte Handwerker bedeutet das: Sie müssen sich immer wieder aufs Neue informieren.

Bundesweit fördert zurzeit das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Anschaffung von gewerblichen E-Lastenfahrrädern und -anhängern. Die Förderung erfolgt im Rahmen der "E-Lastenfahrrad-Richtlinie". Die Antragsstellung ist seit dem 1. März 2021 möglich.

Gefördert wird der Kauf von E-Lastenfahrrädern und E-Lastenanhängern für den fahrradgebundenen Lastenverkehr. Die Fördersätze liegen bei 25 Prozent der Ausgaben für die Anschaffung. Voraussetzung ist eine Nutzlast von mindestens 120 Kilogramm.

Die neue Richtline ist die Fortsetzung eines Fördermoduls der sogenannten "Kleinserien-Richtlinie", die am 28. Februar ausgelaufen ist. Die Bundesregierung erhoffte sich durch die Umsetzung von Förderprojekten im Rahmen der Richtlinie, mehr klimaschonende Technologien auf dem Markt etablieren zu können. Eine Voraussetzung für die Förderung war ein Mindest-Transportvolumen von 1 Kubikmeter. Genau diese technischen Voraussetzungen bewertete Behrensen als kritisch: das geforderte Transportvolumen schließe viele Cargobikes aus. "Der Zukauf eines Anhängers rein aus Gründen der Förderung ist eine Notlösung", so der Lastenrad-Experte.

Mit der neuen "E-Lastenfahrrad-Richtlinie" fällt diese Voraussetzung weg. Dafür gilt aber die Bedingung, dass das E-Lastenfahrrad mehr Volumen aufnehmen können muss als ein herkömmliches Fahrrad. Die Option des Leasings innerhalb des Programms ist weiterhin nicht gegeben, was Arne Behrens bemängelt. Alle Details zur Förderung des Bundes gibt es auf der Website des BAFA.

Förderprogramme der Bundesländer

Verschiedene Kaufprämien bieten aber auch die Bundesländer. Aktuell etwa das Saarland und Baden-Württemberg. Saarland fördert im Rahmen der "Richtlinie zur nachhaltigen Mobilität" gewerbliche und private Lastenfahrräder und -pedelecs (bis 2.000 Euro Kaufprämie). Im Rahmen der "Landesinitiative Elektromobilität III" hat das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg das Landesförderinstitut L-Bank mit der Förderabwicklung beauftragt. Gefördert wird der Kauf von gewerblichen Cargobikes und Lastenanhänger mit E-Antrieb (Pedelec 25, Pedelec 45 und andere der Fahrzeugklassen L1e bis L5e).

Alle Details und Voraussetzungen zu den Programmen finden Interessierte hier:

Immer wieder neue Förderprogramme für Lastenräder

Neben Bund und Ländern fördern auch viele Kommunen die Anschaffung von Cargobikes. Aktuell bieten etwa Städte wie München, Regensburg, Wiesbaden, Braunschweig, Osnabrück oder Köln Handwerkern interessante Fördermöglichkeiten bzw. planen diese neu aufzulegen. Aber auch viele kleinere Gemeinden fördern deutschlandweit eine Investition in Lastenfahrräder.

Um hier auf dem aktuellen Stand zu bleiben, bietet die Webplattform cargobike.jetzt einen Kaufprämien-Überblick für Deutschland und Österreich. Dieser wird laut Plattformbetreiber Behrensen fortlaufend aktualisiert und ist für eine bessere Übersicht nach Bundesländern sortiert:

Interessierte gelangen hier zum Kaufprämien-Überblick für Lastenräder.

Mit Inhalten von dpa