Corona-Sonderbedingungen Diese Berufsgenossenschaften ermöglichen weiterhin Stundungen

In den letzten beiden Corona-Jahren konnten Betriebe ihre Beitragszahlungen an die Berufsgenossenschaften stunden oder in Raten zahlen. Einige Gewerke verlieren diesen Spielraum nun.

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Nicht alle Berufsgenossenschaften haben die veränderten Stundungsmodelle mit ins neue Jahr genommen. - © domoskanonos - stock.adobe.com

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 entlasteten mehrere Berufsgenossenschaften (BG) die bei ihnen versicherten Betriebe. Mitgliedsbeiträge konnten gestundet oder in Raten gezahlt werden. Dafür geltende Zinssätze wurden reduziert. Die unterschiedlich starken Auswirkungen der Pandemie auf verschiedene Branchen führten zu einer gemischten Resonanz auf das Angebot. Die Ausnahme-Regeln werden nicht von allen BG verlängert.

Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)

Trotz der Corona-Krise steht das Baugewerbe wirtschaftlich gut da. Somit verzeichnete die BG Bau keine verstärkte Stundung von Beitragszahlungen. Die vereinfachten Regeln hierfür werden in diesem Jahr nicht angewendet. Die versicherten Betriebe können ihren Beitrag wie vor der Corona-Pandemie nur in bestimmten Ausnahmen und zu einem Zinssatz von vier Prozent stunden. Ein Antrag dafür kann über ein Online-Formular der BG Bau gestellt werden. Bei Fragen können sich Unternehmer an die Servicehotline 0800 3799100 wenden.

Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BGETEM)

Auch bei der BG ETEM mehrten sich die Anträge auf Stundung nicht. Trotzdem besteht die Möglichkeit dazu auch in diesem Jahr. Damit ein Antrag erfolgreich ist, müssen Betriebe ihre wirtschaftliche Notsituation nachweisen. Dies muss in Form einer E-Mail mit Mitgliedsnummer und Begründung an die Adresse ba.koeln@bgetem.de erfolgen. Darin sollten die Betriebe auch angeben, zu welchen Raten sie den gestundeten Beitrag ausgleichen können.

Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)

Die BGHM genehmigte in den letzten zwei Jahren mehr als 6.000 Anträge auf Ratenzahlung oder Stundung. Auch im Jahr 2022 sind diese Erleichterungen möglich. Dazu müssen Betriebe einen formlosen Antrag stellen und Zahlungsschwierigkeiten belegen. Die Hauptabteilung Beitrag und Finanzen der BGHM beantwortet Fragen der Betriebe zu diesem Thema. Erreichbar ist sie unter der Telefonnummer 0800 99900801 oder per E-Mail an mitgliederservice@bghm.de.

Berufsgenossenschaft Nahrung und Gastgewerbe (BGN)

In der BGN sind Betriebe aus Gastronomie und Hotelwesen versichert. Auch Schausteller und Betriebe aus dem Lebensmittelhandwerk sind Mitglieder. Diese Branchen sind stark von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Vor diesem Hintergrund ermöglicht die BGN weiterhin die Stundung von Beiträgen. Wie bei den anderen Berufsgenossenschaften auch, ist ein Nachweis der wirtschaftlichen Zwangssituation erforderlich. Ein Antrag auf Stundung kann formlos über das Service-Center der BGN gestellt werden. Erreichbar ist es unter der Nummer 0621 44561581 oder per Mail an beitrag@bgn.de

Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)

Bei der BGHW haben in den vergangenen zwei Jahren rund 24.100 Unternehmen ihre Beiträge gestundet. Über eine Verlängerung der Stundungsregeln wurde noch keine Entscheidung getroffen.

Bisher konnten Unternehmen oder freiwillig Versicherte, die ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten hatten, von der Stundung Gebrauch machen. Je nach Beitragshöhe bezog sich diese auf die gesamte Summe oder 50 Prozent davon. In beiden Fällen war sie zinslos. Fragen zu dem Thema können an die Service-Hotline 0621 53399001 oder per Mail an mitgliederservice@bghw.de gestellt werden.

Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BGV)

Die BG Verkehr vereinfachte die Stundung von Beiträgen aufgrund der Pandemie. Dabei verzichtete sie auf die Erhebung von Zinsen. Diese Regelung galt jedoch nur für Unternehmen, die zuvor ihren Verpflichtungen nachkamen. Auch im Jahr 2022 entscheiden festgelegte Stundungsrichtlinien über die Genehmigung eines Antrags. Im Einzelfall besteht jedoch ein Ermessensspielraum, der Unternehmen zu Gute kommen kann. Da der Personentransport besonders betroffen ist, sind neben Stundungen auch Vorschussanpassungen bei rückläufigen Lohnsummen möglich. Anfragen und Stundungsanträge können über die Mailadresse mitglieder@bg-verkehr.de eingereicht werden.

Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG)

Die Kundenunternehmen der VBG haben seit Beginn der Pandemie nur in einem geringen Umfang von den Corona-Hilfsangeboten Gebrauch gemacht. Zu Beginn des Jahres 2022 hat die VBG auf eine Vorschusserhebung umgestellt. Ist der Mitgliedsbeitrag eines Unternehmens höher als 5.000 Euro, wird er in vier Abschlagszahlungen über das Jahr verteilt geleistet. Trotzdem gibt es weiterhin die Möglichkeit, Ratenzahlungen und Stundungen zu beantragen. Wichtig sind dabei eine Begründung des Schritts und ein Zahlungsvorschlag. Der Antrag erfolgt über dieses Formular. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

Die BGW ermöglicht die Stundung oder Ratenzahlung von Beiträgen, wenn der Einzug aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten nicht möglich ist. In den Jahren 2020 und 2021 wurden insgesamt knapp 52.000 Anträge auf Stundung genehmigt. Weitere Informationen stehen hier zur Verfügung.