Wahl 2021 Diese Aktien könnten nach der Bundestagswahl steigen

2021 ist Superwahljahr. Sechs Bundesländer wählen ihre Landesparlamente und im September wählen die Deutschen den neuen Bundestag. Der Spitzenkandidat der Union steht fest: Es wird Armin Laschet sein. Für die SPD tritt Olaf Scholz an und die Grünen schicken Annalena Baerbock ins Rennen. Welche Auswirkungen können wir für den deutschen Aktienmarkt und den Euro erwarten?

Im September wählen die Deutschen den neuen Bundestag. - © Stockfotos-MG - stock.adobe.com

Die unmittelbaren Auswirkungen der Wahl auf die Kurse dürften eher gering sein. Dennoch beschäftigen sich die Finanz-Analysten bereits mit den Folgen der möglichen Regierungskoalitionen.
Was die zukünftige Entwicklung des Euro betrifft, schrieb kürzlich die VP Bank in Liechtenstein, dass die "Devisenmärkte Kontinuität mögen". Mit einem deutlichen Bruch der Politik von Angela Merkel rechnet man eher nicht. Armin Laschet wird die Politik Merkels fortsetzen und unter allen Umständen versuchen, die Europäische Union mit ihrer Währungsunion zusammenzuhalten. Dies sollte den Euro stärken.

Die Reaktion der Finanzmärkte

Derzeit gehen Anleger von einer schwarz-grünen Koalition aus. Das gilt auch nach den Umfragen des ZDF-Politikbarometers als wahrscheinlichste Lösung. Eine Fortsetzung der GroKo ist ohne die FDP nicht machbar. Sollte es wider Erwarten zu einer grün-rot-roten oder grün-rot-gelben Koalition kommen, würden die Finanzmärkte wohl heftiger reagieren. In diesen Fällen ist mit wesentlich höheren Steuern und größeren Nachteilen für deutsche Unternehmen zu rechnen. Auch der Euro würde höchstwahrscheinlich unter Druck geraten. Alle anderen Konstellationen bedürfen einer Teilnahme der AfD, was unvorstellbar ist.

Umwelt- und Klimaschutz profitieren

Von der schwarz-grünen Koalition dürften deutsche Small- und Mid-Caps sowie DAX-Werte am ehesten profitieren. Vor allem Unternehmen, die am Umwelt- und Klimaschutz partizipieren, dürften noch mehr in den Fokus geraten. Schließlich werden selbstbewusste Grüne hier Zugeständnisse einfordern.
So wollen die Grünen den Ausstieg aus Kohlekraftwerken bis 2030 vorantreiben. Dies dürfte Unternehmen mit Engagement in erneuerbare Energien weiteres Potenzial verschaffen. Auch in Bildung und Forschung will man viel Geld investieren. Das wird IT-Unternehmen mit entsprechender Software und Digitalisierung vorantreiben.

Immobilienmärkte betroffen

ABER, mit den Grünen werden die Vermögenden zur Kasse gebeten. Sie sollen helfen, die enormen Schulden zu tilgen. So wird der Spitzensteuersatz steigen und Vermögen über zwei Millionen Euro werden mit einer Vermögenssteuer belegt. Auch Immobilienbesitzer könnten zur Kasse gebeten werden. Das könnte letztendlich den Hype der Immobilienmärkte beenden.
Konflikte und ein zähes Ringen in den Koalitionsverhandlungen sind absehbar. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass solche Hängepartien die Märkte kurzfristig mehr belasten als das Ergebnis selbst. Der Herbst könnte stürmisch werden und die Gelegenheit zu günstigeren Einstiegen in perspektivträchtige Industriebereiche bieten.

Über die Autorin: Petra Ahrens ist Vorstand der MAIESTAS Vermögensmanagement AG in Köln.