Von Akkuverbrauch bis Flatratesurfen Die zehn größten Mythen über das Smartphone

Smartphones sind moderne Alleskönner, die ständig weiterentwickelt werden. Dennoch halten sich Mythen, die teilweise noch aus den Anfangszeiten des Smartphones stammen. Die häufigsten Fehlannahmen im Überblick.

Um das Smartphone gibt es viele Mythen. Die meisten sind falsch. - © Foto: Andrea Warnecke/picture alliance /dpa Themendienst

leer Vor Smartphone-Viren muss niemand Angst haben? Von wegen. Dafür sind explodierende Kosten zumindest im EU-Ausland keine Riesengefahr mehr, und jede Nacht an die Steckdose müssen moderne Handys auch nicht unbedingt. Über Smartphones gibt es einige Mythen, doch nicht alle stimmen auch.

Dabei stammen viele der falschen, aber immer noch weit verbreiteten Annahmen noch aus der Frühzeit des Mobiltelefons. Andere haben dagegen noch nie gestimmt. Das sind die z ehn größten Mythen über das Smartphone.

Steigendes Multimedia-Angebot erhöht Datenverbrauch

1. Eine 500-Megabyte-Flatrate reicht eigentlich immer:

Stimmt nicht mehr. In Zeiten lückenhafter UMTS-Netze und kaum vorhandener Multimedia-Angebote für Mobilgeräte war das noch richtig. Doch wer beispielsweise Musik streamt, häuft schnell riesige Datenmengen an. Umgekehrt reicht bei zurückhaltender Nutzung mit etwas Surfen und Mailen allerdings auch eine kleinere Flatrate.

2. Moderne Smartphones müssen jede Nacht an die Steckdose:

Diese Annahme stimmt nur noch teilweise. In die größeren Gehäuse der Smartphones passen auch größere Akkus. Die besten Riesenhandys schaffen demnach bis zu zehn Stunden Dauernutzung, mit Pausen auch deutlich mehr.

Im Ausland kann das Smartphone benutzt werden

3. Telefonieren und surfen im Ausland ist sündhaft teuer:

Auch das stimmt nur noch teilweise. Auf anderen Kontinenten sind horrende Preise durchaus noch möglich. In Europa nicht mehr. Innerhalb der EU gelten seit kurzem Gebührengrenzen - für ein Megabyte Daten fallen 24 Cent, für eine SMS rund 7 Cent,  für die abgehende Gesprächsminute rund 23 Cent und für die eingehende Minute rund 6 Cent an. "Das Telefonieren und Surfen im EU-Ausland ist also keine Kostenfalle mehr", sagt Stefan Höppner von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Virenschutz enorm wichtig

4. Für Smartphones gibt es keine Viren:

Hier ist die Antwort klar. Stimmt nicht. "Inzwischen sind die Ersteller von Schadsoftware auf Smartphones sogar aktiver als auf Desktop-Computern", warnt Professor Eric Bodden von der Technischen Universität Darmstadt. Betroffen sei wegen der großen Verbreitung vor allem Android, Schädlinge gibt es aber auch für andere Systeme. Schützen können sich Nutzer mit Virenscannern und gesundem Menschenverstand: "Die Hauptquelle für Smartphone-Viren sind inoffizielle App-Stores", erklärt Bodden. Deshalb sollten neue Apps nur von den offiziellen Plattformen heruntergeladen werden.

5. Smartphones werden mit der Zeit immer langsamer:

Stimmt nicht unbedingt. Allerdings können immer neue Apps und Daten ein Smartphone mit der Zeit etwas ausbremsen. Abhilfe schaffen Aufräum-Apps oder das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen.

Nicht zu sorglos mit seinen Daten umgehen

6. Private Daten bleiben auf dem Handy auch privat:

Dieser Schluss täuscht! Beim Verkauf alter Smartphones reicht es zum Beispiel nicht, Daten nur zu löschen. Denn für Versierte sind sie dann immer noch verfügbar. Den Handy-Speicher verschlüsseln hilft. Entsprechende Funktionen gibt es bei allen Software-Anbietern. "Wenn sie den Handyspeicher löschen, wird der Schlüssel für die verschlüsselten Daten quasi weggeworfen“, erklärt Sicherheitsexperte Bodden. "Dritte können mit den Daten dann kaum noch etwas anfangen."

7. Was ich nicht in die Cloud lade, bleibt sicher auf dem Handy:

Auch das ist falscher Mythos. Selbst Experten sind sich bei vielen Apps nicht sicher, was die Programme im Hintergrund auf einem Server speichern. Für Nutzer ist das einerseits komfortabel, weil ihre Informationen so synchron auf mehreren Geräten zur Verfügung stehen. Andererseits ist es aber auch eine Sicherheitslücke: "Wir haben festgestellt, dass die Daten in der Cloud oft nur schlecht geschützt sind", warnt Bodden. Schützen können sich Nutzer, die eine Cloud verwenden, dagegen kaum.

WLAN ist nicht immer besser

8. WLAN ist zum Surfen unterwegs immer die bessere Wahl:

Stimmt nicht. Denn das Surfen per WLAN verursacht zwar keine Kosten, schneller ist es in Zeiten von LTE und Co. aber längst nicht immer - undsicherer ist es auch nicht. Gerade in einem unverschlüsselten WLAN sollten Nutzer auf keinen Fall sensible Daten wie Passwörter verschicken. Und:Nicht jede Verschlüsselung ist wirklich sicher. Im Zweifelsfall sind LTE und UMTS daher die bessere Wahl.

9. Eine Smartphone-Kamera taugt nur für Schnappschüsse:

Eine Aussage, die auf fast alle Smartphones zutrifft. Unter guten Lichtbedingungen können mit der Handykamera zwar tolle Bilder gelingen, aber wenn es dunkler wird sind deutliche Abstriche bemerkbar. In einem Test der Zeitschrift "Connect" schnitten das iPhone 6, das Samsungs Galaxy S6 und das Huawei P8 in dieser Kategorie am besten ab.

Smartphones sind durchaus Senioren gerecht

10. Smartphones sind nichts für Ältere:

Das stimmt nicht immer. Große beleuchtete Tasten, große Schrift im Display und eine gesonderte Notruftaste. Auf den ersten Blick sind Senioren-Handys für ältere Mobilfunk-Einsteiger die beste Wahl. Allerdings sollten Senioren Smartphones durchaus einmal ausprobieren. Warum? Gerade Smartphones haben eine sehr gut nachvollziehbare Benutzerführung mit bunten Symbolen. Für Senioren sind große Smartphones daher am besten geeignet. dpa/dhz