Smart Cities auf der CeBIT Die Vernetzung der Städte

Die Computermesse CeBIT widmete sich in diesem Jahr lieber digitalen Visionen als konkreten Produkten. Das Top-Thema Smart City könnte für das Handwerk Aufträge bringen und Kundentermine erleichtern.

Steffen Guthardt

Von Bildung bis Verwaltung - die Smart Citiy lässt sich in verschiedene Bereiche einteilen. - © Roland Berger

Beim Besuch des 1. Messetags der CeBIT 2017 ließ sich schon erahnen, was wenig später vom Veranstalter verkündet wurde. Die nach eigenen Angaben größte Messe für Informationstechnik braucht dringend eine Typveränderung – mal wieder.

Die konsequente Ausrichtung auf Fachpublikum hat zu sinkenden Besucherzahlen und dem Fernbleiben großer Elektronikkonzerne geführt. Spannende Produktpremieren gibt es auf der CeBIT nicht mehr zu sehen. Hersteller wie Samsung, Apple oder Microsoft zeigen ihre Neuheiten lieber auf eigenen Veranstaltungen oder den Messen in Barcelona, Las Vegas oder Berlin, wo nüchterne IT durch Shows, Konferenzen und Promis greifbar gemacht wird.

Um nicht unterzugehen, wird die CeBIT nun in den messearmen Sommer verlegt, um einen Tag verkürzt und wieder für Publikum geöffnet. Inhaltlich ist ein „Feuerwerk der
Innovationen“ versprochen.

Smart Citys in Deutschland

In diesem Jahr widmete sich die Messe abstrakten Visionen der Smart City. Das wachsende Verkehrsaufkommen in den Städten, die Umstellung auf E-Mobilität sowie steigende Sicherheitsanforderungen im Angesicht zunehmender Terrorgefahr weckt bei Städten und Gemeinden viel Interesse an diesem Thema.

Der chinesische Telekommunikationshersteller ZTE warb zum Beispiel für seine Modellprojekte in Deutschland mit den hessischen Kommunen Rüsselsheim, Kelsterbach und Raunheim, die dem Städtenetzwerk "Drei Gewinnt" angehören. Dort sollen europäische Vorzeigebeispiele der intelligenten Stadt entstehen, die optimale Bedingungen für digitale Lebens- und Arbeitswelten bieten. Die Digitalisierung der Städte lässt sich grob in sechs Anwendungsfelder unterteilen: öffentliche Verwaltung, Gesundheit, Bildung, Energie und Umwelt, Gebäude sowie Mobilität (siehe Schaubild oben). ZTE will mit den Kommunen in den nächsten Jahren 15 konkrete Maßnahmen umsetzen.

Laternen, die mitdenken

Ein vergleichbares Projekt verfolgt Vodafone in Düsseldorf. Für den Stadtverkehr ist zum Beispiel vorgesehen, dass Sensoren in Straßenlaternen freie Parkplätze erkennen und die Informationen an die Fahrzeuge senden, die dann direkt dorthin geleitet werden. Zusätzlich könnten die intelligenten Laternen auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge messen, um die Fahrer darüber zu informieren, mit welcher Fahrgeschwindigkeit sich Staus und Wartezeiten an Ampeln reduzieren lassen. Die intelligente Laterne spart der Stadt überdies noch Strom, wenn die Lichtintensität automatisch der Umgebungshelligkeit anpasst wird.

Für das Handwerk könnte sich die Smart City in doppelter Hinsicht lohnen. Einerseits als Dienstleister, wenn Elektro- und Informationshandwerker als fachkompetente Partner ins Boot geholt werden. Andererseits als Nutzer, wenn etwa der SHK-Handwerker schon im Voraus genau erfährt, wie lange er heute zu seinem Kunden benötigt, um den Auftrag pünktlich zu erledigen.