Keine Bettenburgen, wenig Hoteltürme – die noch wenig bekannte Kilikische Küste der Türkei ist unbedingt einen Urlaub wert. Kultur statt "all inclusive".
Die Türkei einmal ganz anders
Herrlich duftende Orangen- und Zitronenhaine, exotisch blühende Bananenstauden, Oleander, Palmen, Feigen- und Maulbeerbäume an einer Küste, die durch bewaldete oder kahlgraue Felsberge begrenzt wird: Die türkische Südküste verdient in weiten Abschnitten wahrhaftig den Namen "Riviera des Ostens".
Die Kilikische Küste ist verhältnismäßig neu für deutsche Urlauber. Hier findet man immer noch geheimnisvolle, ruhige Buchten, steil abfallende Klippen und endlos lange Strände. Die Kilikische Küste bietet sich auch für die Urlauber an, die in der Türkei noch die ursprüngliche Seite des Landes und seiner Bevölkerung entdecken möchten. Die bedeutendsten Städte sind Antakya und die quirlige Hafenmetropole Mersin .
Die Landschaft ist karg, aber abwechslungsreich und geradezu gespickt mit Geschichte, die der nicht so kundige Reisende von der Schule her noch im Gedächtnis hat. Schlacht bei Issos 333, König Darius öffnet das Land der griechischen Kultur. Siedlungen die bis ins sechste Jahrtausend zurückreichen und Schlacht gegen Ramses den II. Tausend Jahre später kam Alexander der Große nach Kilikien.
Für Byzanz wurde die Region seit dem 7. Jrh. n. Chr. zum heiß umstrittenen Grenzland: Araber, Armenier, Kreuzfahrer, Seldschuken waren Invasoren und Herren, bis es Anfang des 16. Jrh. wieder die Funktion eines Scharniers erhielt, als die Osmanen ganz Palästina und Ägypten eroberten. Europäische Geschichte pur.
Heute ist Kilikien die Kornkammer der Türkei und somit ist auch die Landschaft eher gleichförmig und mehr fruchtbar als reizvoll. Die riesige, Çukurova genannte Schwemmlandebene der Flüsse Tarsus, Seyhan und Ceyhan ist das größte Baumwollanbaugebiet der Türkei und verliert ihre Eintönigkeit nur zur Zeit der Ernte, wenn die bunte Kleidung der Wanderpflücker Farbtupfer setzt.
Adana liegt im Zentrum der fruchtbaren südanatolischen Çukurova, die durch den mehrfach für den Nobelpreis nominierten türkischen Schriftsteller Yasar Kemal weltweit bekannt wurde. Längst ist die Stadt über den "Ruf der Baumwollstadt“ hinausgewachsen und mittlerweile der größteIndustriestandort der Südküste geworden.
Als Universitäts- und Provinzhauptstadt verfügt sie gleichzeitig über ein reiches intellektuelles und kulturelles Leben. Deutlich zu spüren sind auch arabische Einflüsse in der Küche und der Musik. Die rasante städtebauliche Entwicklung Adanas macht die auf zwei Millionen geschätzte Einwohnerzahl glaubhaft. Die sehenswerte Altstadt zeichnet sich durch ihre verwinkelten Gassen deutlich auf dem Stadtplan ab; im Norden trennt der breite Cemal Beriker Bulvar: der Teil der Durchfahrtsstraße Mersin-Ceyhan ist, klar die Altstadt von der modernen Neustadt.
Das archäologische Museum liegt an dieser Strasse. Besonders erwähnenswert sind der Sarkophag in Mumienform mit weiblichem Kopf aus Sidon (4. Jrh. v. Chr.?) und der Achilleus-Sarkophag aus Tarsos (Ende 2. Jrh. n. Chr.) mit prächtigen Reliefs. Auf ihm ist der greise trojanische König dargestellt, wie er kniefällig um die Herausgabe seines toten Sohnes Hektor bittet. Das Museum liegt nahe der modernen Brücke und der neuen, gewaltigen Großmoschee.
Ebenso wie die neuen Großmoscheen in Ankara und Istanbul besitzt sie topmoderne Versorgungs- und Einkaufszentren. Sechs 76 m hohe Minarette und die Ausstattung (Kuppelscheitel 53 m) sind sichtbare Zeichen für Anspruch und Finanzkraft.
Eine Reise entlang der Südküste und der Ägäis führt durch zauberhafte Gegenden und zu kleinen Orten, in denen die Menschen bis vor einigen Jahren noch von Fischfang und Landwirtschaft lebten und die sich nun erst allmählich dem Tourismus öffnen. Hier trifft man abseits der Masse überall auf die Gastfreundschaft der Einheimischen und wird nicht selten einfach auf ein Glas Tee oder mit etwas Glück sogar zu einer Dorfhochzeit eingeladen. Und überall an der Küste findet man die hervorragende türkische Küche, die neben der französischen und chinesischen zu den besten Küchen der Welt zählt. Kleine Lokantas bieten gute Hausmannskost, aber auch an Feinschmeckerrestaurants mit phantastischen Fischgerichten und frischer mediterraner Küche fehlt es nicht.
Im alten Antiochia mit findet sich neben einer Reihe von christlichen Kirchen die vom Vatikan zur ältesten Kirche des Christentums erklärte St.-Petrus-Grotte, die vom Apostel Petrus eingeweiht worden sein soll.
Da das Mittelmeer nur 30 km entfernt ist, lässt sich ein Besuch von Antakya auch mit einem Badeaufenthalt verbinden. Das nach der Nymphe Daphne benannte Naherholungsgebiet Harbiye mit vielen Wasserquellen ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Daphne wurde hier der Sage nach in einen Lorbeerbaum verwandelt, als sie sich vor Apoll verstecken wollte. Antakya ist seit langem bekannt für seine Seifen, es gibt sie in vielen Variationen. Eines der schönsten Hotels der Stadt ist das Liwan Boutique Hotel. Es liegt mitten im Zentrum, unweit vom Archäologischen Museum und ist somit ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen. Das wunderschön restaurierte 1920 erbaute Haus im Osmanischen Stil wurde erst 2008 zu einem Hotel umgebaut und garantiert einen unvergesslichen Aufenthalt. Alle Zimmer verfügen über westlichen Komfort und sind stilvoll zum Teil mit antiken Möbeln eingerichtet.
Informationen und Buchung über Öger Tours GmbH, Sportallee 4, 22335 Hamburg,Tel.: 01805/242558.
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