Dialoggarer und 3D-Audio Die spannendsten Neuheiten der IFA

Ein Backofen, der den Dialog sucht und ein Fernseher, der als Gemälde an der Wand verschwindet. Dazu ein paar nützliche Geräte für den Handwerker-Alltag auf der Baustelle. Die Trends der Internationalen Funkausstellung.

Steffen Guthardt

Der Dialoggarer von Miele prüft über Sensoren den Energiehaushalt in den Speisen und kann so den perfekten Garpunkt berechnen. - © Miele

Für besonderes Aufsehen auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin sorgen in diesem Jahr nicht neue Computer oder Smartphones, sondern ein auf den ersten Blick ziemlich langweiliges Haushaltsgerät. Der so genannte "Dialoggarer" des deutschen Küchenspezialisten Miele will den Backofen neu erfinden und setzt dabei auf eine grundlegend andere Technik als die herkömmlichen Geräte. Miele selbst bewirbt sein 8.000 Euro teures Gerät mit "dem größten Innovationssprung seit Einführung des Induktionskochfelds" und betont, dass es sich eigentlich gar nicht um einen Backofen, sondern eine "neue Gerätekategorie" handelt.

Gegart im Eis

Auf der IFA demonstriert Miele die Technik mit einer dicken Eisbox in deren Innerem ein Stück Fisch auf den Punkt gegart wird ohne dabei das Eis zum Schmelzen zu bringen.

Wie das funktioniert? Zwei Antennen im Garraum senden elektromagnetische Wellen an die Speisen und messen anhand von Sensoren wie viel der abgegebenen Wärme zurückgestrahlt wird. Anhand der Differenz zwischen Wärmeaufnahme und -abgabe berechnet die "M Chef" genannte Technologie, wann der Garpunkt erreicht ist.

Zart gegarter Fisch im Eisblock. - © Miele

Da der Garraum nur beim Bräunungsprozess erwärmt werden muss, können auch mehrere Lebensmittel mit unterschiedlicher Konsistenz und verschiedenen Garpunkten wie Fleisch und Gemüse parallel zubereitet werden. Gegenüber herkömmlichen Backverfahren soll bis zu 70 Prozent an Zeit eingespart werden.

Über 100 Rezepte sind in das Gerät bereits abgespeichert und werden künftig via App erweitert. Marktstart ist im zweiten Quartal 2018.

Flimmerndes Kunstwerk

Bei Samsungs neuem Fernseher "The Frame" sorgt weniger die Technik als die Optik für Aufsehen. Anstelle der üblichen schwarzen Mattscheibe auf dem Sideboard, schmiegt sich der 55 Zoll große Fernseher wie ein Gemälde an die Wohnzimmerwand. Der Rahmen des Fernsehers lässt sich wahlweise in Holz- (Walnuss und Beige) oder Metalloptik bestellen. Wird das Gerät nicht genutzt, können über 100 eingespeicherte Kunstwerke und Fotografien eingespielt oder eigene Motive hochgeladen werden, so dass der Fernseher unter den anderen Bildern an der Wand gar nicht mehr auffällt.

Für einen stolzen Preis von 2.300 bzw. 3.200 Euro (65 Zoll) ist im Samsung Gerät neueste Bildtechnik wie Ultra HD und HDR verbaut.

The Frame: Auf Knopfdruck wird Samsungs neuer Fernseher zum Gemälde. - © Samsung

Die mit Spannung erwartete Premiere der neuesten Generation des Samsung-Smartphones Galaxy Note fand hingegen diesmal schon vor der IFA statt. Ähnlich wie Konkurrent Apple setzen die Koreaner inzwischen auf eigene Veranstaltungen, um ihre besten Geräte zu präsentieren. Das Galay Note 8 soll nach dem Debakel um brennende Akkus im Vorgängermodell wieder an alte Erfolge der Reihe anknüpfen.

Präsentiert wird auf der IFA dagegen die neue Smartwatch "Gear Sport", die wasserdicht und stoßfest ist. Mit eingebautem Pulsmesser und diversen Fitness-Apps richtet sie sich vor allem an sportliche Nutzer.

Musik in 3D

Audiophile Messebesucher dürfen auf der IFA den Messestand von Yamaha nicht übersehen. Der Soundprojektor YSP 5600 sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnlicher Lautsprecher. Doch sobald die ersten Töne aus dem kleinen schwarzen Gehäuse dringen, wird das Besondere an dem Gerät hörbar. 3D-Audio ist das Stichwort und meint, dass die Musik des YSP 5600 in alle Richtungen strömt und für einen raumerfüllenden Klang sorgt, der den bekannten Surround-Sound weit übertrifft.

Yamaha YSP 5600: 3D für die Ohren. - © Yamaha

Die Technik ist zwar nicht ganz neu, aber erst langsam erreichen die etablierten Hersteller wie Yamaha, Denon oder Sony mit dem 3D-Audio-Sound den Massenmarkt. Künftig soll der bisher nur aus dem Kino bekannte Raumklang auch das heimische Wohnzimmer erreichen und das immer realistisch wirkendere Fernsehbild mit einem ebenso authentischen Ton kombinieren.

Mobil auf der Baustelle

Auch Handwerker werden auf der IFA fündig. Am Stand von Cat Phones werden baustellentaugliche Geräte vorgestellt.

Das Cat S41 hat einen 5.000 mAh starken Akku der eine Standby-Zeit von bis zu 44 Tagen und eine 3G-­Gesprächszeit von bis zu 38 Stunden möglich macht. Mit dem im Lieferumfang enthaltenen USB-Kabel dient das Cat S41 zugleich als Powerbank und kann ein anderes Gerät oder Zubehör aufladen.

CAT S41: Mit Militärstandard für die Baustelle gerüstet. - © Cat Phones

Um auf der Baustelle zu bestehen, ist das Display des CatS41 bruchsicher. Zudem kann das Smartphone die Zertifizierung IP68 sowie der Militärnorm MIL SPEC 810G vorweisen und ist damit gegen Baustaub, Wasser, Kälte oder Hitze gerüstet. Das Cat S41 ist für 449 Euro erhältlich.

Wer ein richtiges Arbeitsgerät für die Baustelle benötigt, sollte sich das robuste Tablet Caterpillar T20 genauer ansehen. Es läuft mit Windows 10 und bietet dank LTE-Unterstützung auch unterwegs einen schnellen Internetzugang. Ein Wasserbad von bis zu 30 Minuten und Stürzen bis zu 1,8 Metern Höhe soll es unbeschadet überstehen. Der Preis liegt bei 649 Euro.