Welttag des Sehens Die richtige Arbeitsbrille: So schützen Sie Ihre Augen

Ohne den Sehsinn können wir einen Großteil unserer Umwelt nicht wahrnehmen.  Zum heutigen Welttag des Sehens erklärt Augenoptikermeister Guido Lock aus Gundelsheim, wie Handwerker ihre Augen bei der Arbeit am besten schützen.

Optikermeister in seiner Werkstatt
Guido Lock, Augenoptikermeister aus Gundelsheim, schaut sich ganz genau an, für welchen Arbeitsplatz welche Brille am besten passt. - © Kerstin Colak

Rund 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt nehmen wir mit dem Auge wahr. Farben, Formen, Bewegung. Ist es hell oder dunkel? Kein Wunder, dass ein Viertel unseres Gehirns mit dem Sehsinn beschäftigt ist. Weil das Sehen so ein wichtiger Sinn ist, hat die Weltgesundheitsorganisation den "Welttag des Sehens" ins Leben gerufen. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat sich mit einem Handwerker unterhalten, der tagtäglich mit dem Sehen zu tun hat: Augenoptikermeister Guido Lock aus Gundelsheim. Er erklärt, wie Handwerker ihre Augen bei der Arbeit am besten schützen. Sowohl auf der Baustelle als auch bei der Bildschirm-Arbeit gilt: Wer nicht auf seine Augen Acht gibt, riskiert Beschwerden oder sogar dauerhafte Schäden.

Gefahren ernst nehmen

Brennende, gerötete Augen, im Kopf hämmert es. "Das sind die typischen Beschwerden, wenn die Augen zu stark belastet werden", erklärt Guido Lock. Am Arbeitsplatz lauern aber noch mehr Gefahren für die Augen, gerade auch im Handwerk. An der Drehbank können Spähne ins Auge gelangen, gefährliche UV-Strahlung gibt es beim Schweißen oder im Sommer bei der Arbeit im Freien. In Laboren können Dämpfe und Rauch das Auge schädigen. "Der passende Schutz für die Augen ist das A und O", so der 61-Jährige. Seit fast 30 Jahren führt er ein Brillengeschäft in Gundelsheim und fertigt auch spezielle Arbeitsschutzbrillen an. Vor allem für Menschen, die eine Fehlsichtigkeit haben. Und davon gibt es viele. Über 40 Millionen Erwachsene ab 16 Jahren tragen in Deutschland eine Brille. "Diese Personen benötigen eine Korrektionsarbeitsschutzbrille, damit das Sehen für sie sicher und angenehm ist. Dafür passen wir Brillen individuell an den Kunden und seinen jeweiligen Arbeitsplatz an", sagt Guido Lock. Es gebe natürlich auch Modelle von der Stange. "Aber wer regelmäßig eine Arbeitsschutzbrille benötigt, kommt damit nicht zurecht. Im schlimmsten Fall benutzt er die eigentlich notwendige Brille nicht. Im besten Fall lässt er sich beim Augenoptiker doch noch eine individuell angepasste machen", so Lock.

Genauen Bedarf klären

Im ersten Schritt müssen dafür der Arbeitsplatz und die Tätigkeiten, die der Brillenträger ausführt, unter die Lupe genommen werden. Wie ist mein Arbeitsplatz ausgeleuchtet? Mache ich häufig dieselben Handgriffe in derselben Position oder muss ich viel hin und her laufen? Arbeite ich mit Bildschirmen oder Werkzeugen, die sich in meiner direkten Nähe, etwas weiter weg oder in einem Zwischenbereich von 40 bis 60 cm befinden? "All diese Faktoren müssen bei der Wahl der passenden Brillenfassung und der richtigen Gläser berücksichtigt werden. Es kann auch sinnvoll sein, dass ein Augenoptiker in den Betrieb kommt und sich die einzelnen Arbeitsplätze genauer anschaut, um richtig beraten zu können", so Lock.

Blaues Licht filtern

Durch den digitalen Wandel hat die Bedeutung des Visuellen weiter zugenommen. Die Bildschirme von Smartphones, Tablets und PC sind unser ständiger Begleiter. Auch in der Freizeit. "Das tut unseren Augen nicht gut. Schuld daran sind die Blauanteile im Licht, die die Geräte ausstrahlen", weiß Lock. "Zu viel Blaulicht im Frequenzbereich von 400 bis 420 Nanometern kann zu einer Makuladegeneration führen. Das ist eine Schädigung der Netzhaut im hinteren Bereich des Auges. Sie kann zu starken Einbußen der Sehschärfe führen", warnt Lock. Dafür gebe es aber eine Lösung: Gläser mit einem Blaulichtfilter. Sie sorgen dafür, dass das schädliche Licht nicht mehr beim Auge ankommt. Außerdem sorge der Filter für ein angenehmeres Fahren bei Dunkelheit. "Durch den Filter werden die hellen Xenon- und LED-Scheinwerfer entgegenkommender Autos nicht mehr als störend empfunden", weiß Lock.