Ausbildung: Umfrage von IW Consult Die Qualifikation junger Bewerber wird schlechter

Unternehmer beklagen, dass die Qualifikation von Schulabsolventen in den vergangenen fünf Jahren schlechter geworden ist. Das sei auch ein Grund, warum es schwerer werde, Ausbildungsplätze zu besetzen. Immer mehr Unternehmen versuchen deshalb, die Qualifikation von Schulabsolventen und Auszubildenden zu verbessern.

Viele Unternehmen beklagen die schlechte Qualifikation von Bewerbern. Viele Betriebe schulen deshalb auf eigenen Faust nach. - © DOC RABE Media - Fotolia

Das hat eine Unternehmens-Umfrage von IW Consult ergeben, einer Tochtergesellschaft des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln). Ob nun bei den fachlichen oder persönlichen Qualifikationen: die Hälfte der befragten Unternehmen beobachtet einen Negativtrend.

Durchschnittlich werden die Qualifikationen von Bewerbern momentan als "befriedigend" bezeichnet. Allerdings könne man hier nicht pauschalisieren, so ein Unternehmer: "Wir unterscheiden zwischen Bewerbern und tatsächlich eingestellten Azubis. Während bei den Bewerbern ein zum Teil erschreckend niedriges Niveau besteht, ragen immer noch einzelne Bewerber positiv heraus, die sowohl fachlich als auch persönlich überzeugen und die wir dann auch sehr gern einstellen."

Nur etwa 9 Prozent der ausbildenden Unternehmen verzeichnen in den vergangenen fünf Jahren einen positiven Trend bei den fachlichen Qualifikationen von Schulabsolventen. Ein Unternehmensvertreter wies  allerdings darauf hin, dass dies auch eine Frage der Wahrnehmung sein könne: "Natürlich scheint die Jugend in den letzten Jahren fachlich nicht besser und vom Persönlichkeitsprofil etwas abgestumpft zu sein. Aber hatten wir den Eindruck nicht alle auch schon vor 10 oder 20 Jahren?"

Die geringe Qualifikation wurde jedoch als wesentlicher Grund angegeben, warum Firmen nicht ausbilden. Das wird vor allem in kleineren Unternehmen so gesehen. Weite rhin verzichten 40,1 Prozent der Unternehmen laut dieser Umfrage auf Auszubildende, weil sie keinen Bedarf an Fachkräften haben.

Unternehmen qualifizieren selbst nach

Um dem Trend entgegenzuwirken, versuchen immer mehr Unternehmen durch eigene Maßnahmen vor allem die berufsbezogenen Qualifikationen  von Schulabsolventen und Auszubildenden zu verbessern. 

  • So bieten 83,3 Prozent der Unternehmen Praktikumsplätze für Schüler an.
  • 49,1 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten  mit Schulen zusammen, beispielsweise im Rahmen von Unternehmensbesuchen. Wobei das vor allem große Unternehmen tun.
  • Auch betriebsinterne Nachhilfe oder Stützunterricht für Auszubildende wird von vielen  Unternehmen angeboten.
  • Außerdem setzen Betriebe auf betriebsinterne  Mentoren/Paten, um die Jugendlichen während der Ausbildung zu unterstützen.
  • Auf externe Hilfen für Auszubildende setzen 43,2 Prozent der befragten Unternehmen.
rh