Der deutsche Staatshaushalt wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in fünf Jahren ausgeglichen sein. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten "Fiscal Monitor" hervorgeht, wird dies unter den sieben wichtigsten Industrieländern nur noch Kanada gelingen.
Die öffentlichen Haushalte in Deutschland profitieren von der guten Konjunktur
Washington/Frankfurt (dapd). Der deutsche Staatshaushalt wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in fünf Jahren ausgeglichen sein. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten "Fiscal Monitor" hervorgeht, wird dies unter den sieben wichtigsten Industrieländern nur noch Kanada gelingen.
Kleinere europäische Länder werden demnach sogar wieder Haushaltsüberschüsse erzielen: im Euroraum Estland (plus 1,8 Prozent), in der EU Dänemark (plus 1,2 Prozent) sowie Schweden (plus 2,0 Prozent) und im weiteren Europa Norwegen (plus 11,2 Prozent) und die Schweiz (plus 0,9 Prozent).
Der IWF unterstellt in seiner Vorhersage, dass Deutschland bereits im kommenden Jahr wieder einen Primärüberschuss (plus 0,5 Prozent) erzielen wird - also die Staatskasse ein Plus machen würde, wenn sie auf die Altschulden keine Zinsen zahlen müsste. Das war zuletzt 2008 (plus 2,5 Prozent) der Fall war. Vor diesem Hintergrund erwartet die in Washington ansässige Organisation, dass die Bruttoverschuldung Deutschlands von 80 Prozent im vergangenen Jahr auf 71,9 Prozent im Jahr 2016 zurückgehen wird.
Langfristig jedoch sehen Deutschlands Haushaltsperspektiven nach IWF-Berechnungen schwieriger aus. So werden Deutschlands Ausgaben im Rahmen der Rentenversicherung, gemessen am Barwert, zwischen 2010 und 2050 um 34,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zunehmen, wobei sich das Plus zwischen 2010 und 2030 lediglich auf 1,3 Prozent beläuft. Die entsprechenden Aufwendungen im Rahmen der Gesundheitsvorsorge werden demnach um 28,1 Prozent des BIP (bis 2030: plus 0,9 Prozent) steigen.
Der Haushaltsausblick der USA sieht allerdings noch düsterer aus. So unterstellt der IWF für den Zeitraum 2010 bis 2050 einen Anstieg der Gesundheitsausgaben um 164,5 Prozent und einen Anstieg der Ausgaben im Rahmen der Rentenversicherung um 23,9 Prozent des BIP. Bis 2016 wird die Verschuldung der USA demnach auf 111,9 Prozent von 91,6 Prozent im vergangenen Jahr zunehmen. Das Haushaltsdefizit soll aber von 8,9 Prozent auf 2,3 Prozent zurückgehen.
dapd
