Marktanteile werden neu verteilt
Die Krise birgt auch Chancen
Krisen sind immer ein Härtetest für das Unternehmen und dessen Führungskräfte. In dieser Zeit gilt es, Zumutungen, statt Erfolgsprämien zu verteilen, Investitionen zurückzustellen, vorgesehene Beförderungen zu verschieben, einen generellen Einstellungsstopp zu verkünden und gegebenenfalls Kurzarbeit auszusprechen. Kurzum: Eine Zeit, sich bei den Mitarbeitern richtig unbeliebt zu machen. Alles, was Unternehmer jetzt tun, wird genau beobachtet. Jede Entscheidung der Geschäftsführung wird gedeutet und interpretiert.
Familienunternehmen trifft jede Krise gleich doppelt. Hier sind gleich zwei in Not: die Firma und die Familie. Im schlimmsten Fall wird das Verhalten der Familienmitglieder nicht nur von der Angst vor dem existenziellen Aus begleitet, sondern auch von der Furcht, persönlich für den Untergang des Familienvermächtnisses verantwortlich zu sein. Das Jahr 2009 stellt ganz besondere Anforderungen. Auftragsrückgänge von bis zu 40 Prozent lassen sich nicht mit Standardrezepten kompensieren. Die Kernfrage lautet: Wie soll auf die Krise reagiert werden? Sicher wird die Nachfrage wieder anziehen, aber wann? Entscheidend ist, ob das Unternehmen genügend Reserven hat, um diesen unbestimmten Zeitraum zu überbrücken. Viele Unternehmer, mit denen ich in den letzten Monaten gesprochen habe, wappnen sich und reagieren flexibel auf die neue Situation. Dazu gehört auch, dass gemeinsam mit dem Betriebsrat über neue Arbeitszeitmodelle gesprochen wird, letzte Produktivitätsreserven ausgeschöpft werden oder dass man sich von liebgewonnenen Dingen trennt.
Trotz aller Probleme bietet die derzeitige Krise aber auch Chancen, schließlich werden Marktanteile in schlechten Zeiten neu verteilt.
