Das Kabinett hat am Mittwoch den 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verabschiedet. Nachfolgend die wichtigsten Aussagen in dem Bericht.
Die Kernpunkte im Armutsbericht der Bundesregierung
- Betroffene: Besonders von Armut betroffen sind Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, Alleinerziehende oder Bürger mit Migrationshintergrund. Die Altersarmut hat hingegen nicht zugenommen. Ende 2006 bezogen 2,6 Prozent der Frauen und 1,8 Prozent der Männer (insgesamt 2,3 Prozent) ab 65 Jahren eine Grundsicherung.
- Einkommen: Die Bruttolöhne und -gehälter sind pro Arbeitnehmer real von durchschnittlich 24.873 Euro auf 23.684 Euro und damit um 4,8 Prozent gesunken. Dabei nahm die Ungleichverteilung der Einkommen zu und der Niedriglohnbereich wuchs. Dieser umfasst Menschen mit einem Entgelt von weniger als zwei Dritteln des Durchschnittseinkommens bei unselbstständiger Arbeit. Während 2005 36,4 Prozent aller Beschäftigten dem Niedriglohnbereich zugerechnet wurden, waren es 2002 35,5 Prozent. Anfang der 90er Jahre waren es etwa ein Viertel der Beschäftigten.
- Sozialtransfers: Das Armutsrisiko wird laut Bericht durch Steuern und Sozialtransfers deutlich reduziert. So minderten Leistungen wie das Arbeitslosengeld II, Kindergeld, Wohngeld und Erziehungsgeld das Risiko der Einkommensarmut um 13 Prozent.
- Kinder: Das Armutsrisiko von Kindern ist stark davon abhängig, ob ihre Eltern Arbeit haben. Mit Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung sinkt die Armutsgefährdung von Haushalten mit Kindern von 48 Prozent auf 8 beziehungsweise 4 Prozent.
- Ausblick: Für 2008 und 2009 erwarten Bundesregierung und Wirtschaftsforschungsinstitute eine wachsende Wirtschaft und eine weiter rückläufige Arbeitslosigkeit. Die Große Koalition sieht daher gute Voraussetzungen, um die Armutsrisiken weiter zu vermindern. Sie hebt zugleich hervor, dass dafür "die Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung unverändert notwendig" bleibt.
ddp