Zehn Prozent der Deutschen bekommen in den nächsten Wochen Besuch von einem Interviewer der Statistikämter. Bis zum 31. Juli würden im Rahmen des Zensus 2011 zufällig ausgewählte Personen zu Familienstand und Beschäftigung befragt, sagte die Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, Ulrike Rockmann, am Montag in Berlin.
Die Haushaltsbefragung hat begonnen
Berlin (dapd). Zehn Prozent der Deutschen bekommen in den nächsten Wochen Besuch von einem Interviewer der Statistikämter. Bis zum 31. Juli würden im Rahmen des Zensus 2011 zufällig ausgewählte Personen zu Familienstand und Beschäftigung befragt, sagte die Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, Ulrike Rockmann, am Montag in Berlin. Hinzu kommen schriftliche Befragungen per Post sowie eine Auswertung von Registerdaten. Etwa ein Drittel der Bevölkerung wird direkt mit der amtlichen Volkszählung in Berührung kommen.
Stichtag der Momentaufnahme, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und was sie arbeiten, ist Montag, der 9. Mai 2011. Die 80.000 Interviewer, die seit Montag bundesweit unterwegs sind, kündigen sich mit einer Terminankündigungskarte bei den Haushalten an. Beim Besuch weisen sich die sogenannten Erhebungsbeauftragten mit einem entsprechenden Ausweis aus. Die Befragung dauert im Schnitt 20 bis 30 Minuten.
Bei den schriftlichen Befragungen müssten die "Auskunftspflichtigen" selbst das Rücksendeporto übernehmen, bestätigte Rockmann. Dies habe zwar bereits bei vielen Unmut ausgelöst, sei aber im Statistikgesetz so festgeschrieben. Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, rechnet nach eigener Aussage dennoch nicht mit massivem Widerstand. "Wenn sich jemand verweigert, dann gibt es eben Instrumente und Maßnahmen", die Informationen von ihm zu bekommen, sagte Egeler. Dazu gehörten auch Bußgelder. Schließlich gelte für alle Befragungen Auskunftspflicht per Gesetz.
Nach 18 Monaten will das Statistische Bundesamt Einwohnerzahlen veröffentlichen. In zwei Jahren sollen sämtliche Ergebnisse der Erhebung aufbereitet sein. Dem Start des Gemeinschaftsprojektes von Bund, Ländern und Kommunen seien lange Jahre Vorarbeit vorausgegangen, sagte Egeler. Die Kommunen haben seit November 2010 unter Aufsicht der statistischen Landesämter mehr als 500 Erhebungsstellen eingerichtet. Voraussichtlich kostet die Volkszählung rund 710 Millionen Euro.
Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar, hatte sich skeptisch geäußert, ob sich der hohe Aufwand rechne. Auch lehne er ab, dass neben Alter, Familienstand und Beruf auch Weltanschauung und Religionszugehörigkeit abgefragt würden. Nach Ansicht der Initiatoren hingegen sind die Zensusdaten unentbehrliche Grundlage für viele politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Durch Abfragen von Religion und Migrationshintergrund erhofften sie sich wichtige Erkenntnisse zur Gestaltung der Integrationspolitik.
Der Zensus 2011 sei das wichtigste Projekt der amtlichen Statistik in den letzten Jahrzehnten, sagte Egeler. "Die Informationen, die unsere Gesellschaft im Ergebnis des Zensus gewinnt, kommen uns allen zugute." Auch gibt es nach Auskunft des Präsidenten des statistischen Landesamtes in Nordrhein-Westfalen, Hans-Josef Fischer, deutschlandweit kein Register über die Immobilienbestände. Dies sei jedoch Voraussetzung für Überlegungen der Infrastrukturpolitik und Raumplanung, sagte Fischer.
(zensus2011.de)
dapd
