DHZ-Info Die Geschichte des Münchner Transrapidprojekts

Die Geschichte des Münchner Transrapidprojekts

  • Februar 2000: Nach dem Aus für die Transrapidstrecke Berlin-Hamburg signalisiert neben Nordrhein-Westfalen auch Bayern Interesse an der Magnetschwebebahn.
  • Oktober 2000: Machbarkeitsstudien für den Transrapid in Bayern und Nordrhein-Westfalen werden in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen im Januar 2002 vor.
  • Februar 2003: Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) verständigen sich auf Eckdaten für die Finanzierung des Münchner Transrapids.
  • April 2003: Das bayerische Kabinett beschließt einen Gesetzentwurf zur raschen Durchführung des Planfeststellungsverfahrens für den Bau einer Transrapidstrecke. Der Bau soll nach den Plänen der Staatsregierung im Herbst 2005 beginnen.
  • Juni 2003: Nachdem das Metrorapidprojekt in NRW gekippt wird, gilt die Trasse vom Münchner Hauptbahnhof zum Flughafen als letzte Chance für die Technologie in Deutschland.
  • Oktober 2003: Das Planfeststellungsverfahren für die Münchner Magnetschwebbahn beginnt.
  • November 2005: Der geplante Bau des Transrapids wird im Bund in die Koalitionsvereinbarung von Union und SPD aufgenommen.
  • September 2006: CSU und Staatsregierung halten an der geplanten Münchner Trasse auch nach dem Unglück auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland mit 23 Toten weiter fest.
  • November 2006: Bayern stockt einen Finanzierungsanteil um 115 auf 300 Millionen Euro auf.
  • April 2007: Das Eisenbahn-Bundesamt genehmigt das Sicherheitskonzept für den Münchner Transrapid.
  • August 2007: Die Koalitionsspitzen in Berlin einigen sich auf ein grundlegendes Finanzierungskonzept: Bayern stockt seinen Anteil auf 450 Millionen auf, der Bund soll 925 Millionen Euro tragen.
  • September 2007: Staatsregierung, Deutsche Bahn und die Industriepartner verständigen sich auf die Schließung der Finanzierungslücke von 165 Millionen Euro und unterzeichnen eine Realisierungsvereinbarung. Der Freistaat stockt seinen Anteil noch einmal um 15 Millionen auf, die Bahn sichert zusätzliche 50 Millionen zu, ThyssenKrupp und Siemens wollen jeweils 25 Millionen beitragen. Mit dem Bau soll schon im Sommer 2008 begonnen werden.
  • November 2007: In München protestieren 13 000 Menschen gegen die Magnetschwebebahn.
  • Dezember 2007: Transrapidgegner sammeln mehr als 38 000 Unterschriften zur Einleitung eines Volksbegehrens gegen das Milliardenprojekt. Die Stadt München beschließt ferner für 13. April ein Bürgerbegehren gegen den Transrapid.
  • Januar 2008: Das bayerische Innenministerium lässt das Volksbegehren nicht zu. Damit muss der Bayerische Verfassungsgerichtshof über die Rechtmäßigkeit des Antrags entscheiden. Nach der mündlichen Verhandlung am 6. März kündigt der Verfassungsgerichtshof für den 4. April seine Entscheidung an.
  • März 2008: Angesichts der Kostenexplosion von 1,85 auf bis zu 3,4 Milliarden Euro für den Bau wird das Aus für die Münchner Transrapidtrasse verkündet. Damit wird es keine kommerziell betriebene Transrapid-Strecke in Deutschland geben.

ddp