Eine Erfindung der Tüftlerschmiede Fein Die Geschichte der elektrischen Handbohrmaschine

Sie fehlt heute weder im Hobbykeller, noch im Werkzeugkoffer der Profis – die elektrische Handbohrmaschine. Erfunden wurde sie schon 1895 von schwäbischen Tüftlern.

1895: Die erste elektrische Handbohrmaschine der Firma Fein. - © Fein

Das Familienunternehmen Fein in Schwäbisch-Gmünd versteht sich seit seiner Gründung 1867 als Ideenschmiede, die heute über mehr als 800 aktive Schutzrechte verfügt. Die wohl bedeutendste Erfindung ist die elektrische Handbohrmaschine, die zugleich als erstes Elektrowerkzeug der Welt gilt.

Als 1895 zwei Mechaniker des Unternehmens viele Löcher von Hand bohren sollten, setzten sie das mechanische Bohrfutter auf die Welle eines kleinen Elektromotors, um Zeit zu sparen. Emil Fein, der älteste Sohn des Firmengründers, erkannte das Potenzial der Erfindung und brachte die Idee zur Marktreife.

Die erste elektrische Handbohrmaschine wurde von 110 Volt Gleichstrom angetrieben und schaffte bei einer Leistung von 50 Watt 1.200 Umdrehungen pro Minute. Das reichte für eine Bohrleistung von vier Millimeter in Stahl. Allerdings wog die Maschine 7,5 Kilogramm, weshalb sie mit zwei Händen gehalten wurde.

Über eine Brustplatte konnte der Arbeiter sein ganzes Körpergewicht einsetzen, um den Bohrer in das Material zu treiben.