„Die Firmen brauchen Planungssicherheit“

Wer in den Fuhrpark investiert, steht vor einer wichtigen Entscheidung: Der Antrieb muss nicht nur wirtschaftlich, sondern auch umweltfreundlich sein. Sonst drohen Fahrverbote

Von Ralf Johanning

Der richtige Antrieb ist für einen wirtschaftlichen Fuhrpark besonders wichtig. Foto: Fotolia

„Die Firmen brauchen Planungssicherheit“

Verschärfte Fahrverbote in Städten zwingen viele Handwerker dazu, ihren Fuhrpark zu modernisieren. Die geforderten Abgaswerte können größtenteils nur noch von neueren Modellen mit den Normen Euro 4 oder 5 eingehalten werden. Da stellt sich für viele Firmenchefs die Frage, in welche Antriebsart er investieren sollte. Zur Auswahl stehen Verbrennungsmotoren mit Diesel und Benzin, Gas als auch Elektrofahrzeuge. Da fällt die Entscheidung oft nicht leicht.

Hinzu kommt, dass die Betriebe nicht wissen, was in den nächsten Jahren an Kosten auf sie zukommt. Das bestätigt auch Verkehrsexperte Carsten Benke vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): „Die Betriebe sind bereit, in moderne Fahrzeuge zu investieren. Sie müssen dabei aber sicher sein, dass beispielsweise Fahrzeuge, die sie jetzt mit den aktuell besten Abgasnormen Euro 4 oder 5 kaufen, auch in fünf oder acht Jahren noch in die Innenstädte fahren dürfen. Die Firmen brauchen Planungssicherheit. Die Spirale immer weitergehender Zufahrtseinschränkungen darf nicht weitergehen. Das mahnt der ZDH bei den Politikern nachdrücklich an.“

Zu bedenken ist natürich auch der betriebswirtschaftliche Faktor. Bei der Anschaffung sollte grundsätzlich jede Firma genau berechnen, wie viele Kilometer das Fahrzeug im Durchschnitt jährlich fährt. So lässt sich schon mal bestimmen, ob Diesel- oder Ottokraftstoff die bessere Variante ist. Im Anschaffungspreis ist der Diesel immer teurer. Auch die Steuern liegen zumeist über denen des Benziners. Für den Dieselmotor spricht der geringe Verbrauch als auch der günstigere Preis, obwohl sich hier die Schere zurzeit immer weiter schließt.

Eine Alternative für ältere Dieselfahrzeuge wäre die Nachrüstung eines Partikelfilters. Mit ihm schaffen auch ältere Fahrzeuge die beliebte grüne Plakete, um in die Innenstädte fahren zu können. Die Kosten sind je nach Modell sehr unterschiedlich. Beim Pkw können sie bei 300 Euro starten. Beim Transporter kann das Nachrüsten auch schon mal 1.000 Euro kosten.

Der Gasantrieb dürfte bei Betrieben gut ankommen, die viel in der Region unterwegs sind und nicht zu sehr auf jedes Gramm bei der Nutzlast achten müssen. Entscheidend ist zudem, wie lange der Handwerker das Fahrzeug fahren will. Denn der Umbau kostet im Durchschnitt zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Das kann sich nur über die Jahre amortisieren. Sobald Sonderaufbauten hinzukommen, die länger genutzt werden sollen, kann sich der Umbau schon eher lohnen. Ein weiterer Trend sind Elektrofahrzeuge. Sie sind zwar noch sehr teuer im Vergleich zu herkömmlichen Antriebsarten. Doch erste Serienmodelle gibt es bereits. Französische Autobauer haben auf der vergangenen IAA Nutzfahrzeuge erste Prototypen vorgestellt, die für Handwerker tauglich sind. Daimler hat mit dem neuen Vito ein Modell mit Elektroantrieb. Auch der ZDH begreift die neue Technik als Chance für das Handwerk. „Wir engagieren uns intensiv bei der Schaffung von handwerksgerechten Voraussetzungen für die Einführung von Elektrofahrzeugen. Die neue Technik kann auch eine sinnvolle Methode sein, um den immer schärfer werdenden Abgasvorschriften in den Städten Herr zu werden“, sagt Benke. Ende des Jahres will Peugeot mit dem Verkauf des Kangoo-Kastenwagens starten. Dann wird sich zeigen, ob die neue Technik auch von den Handwerkern angenommen wird.

Internettipp: www.amortisationsrechner.de - der Rechner kalkuliert detailliert, welche Antriebsart wann am günstigsten ist. Es fehlen die Elektrofahrzeuge.