Die Grünen liegen Hochrechnungen zufolge in Bremen vor der CDU Die Bremer Grünen feiern ihre Karo

Für die Grünen-Spitzenkandidatin Karoline Linnert war es ein triumphaler Einzug und es war der frühe Höhepunkt der Wahlparty der Bremer Grünen: Mit minutenlangen "Karo! Karo!"-Rufen begrüßten der Saal im Weserhaus am Sonntagabend eine Viertelstunde nach den ersten Prognosen die Finanzsenatorin.

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Die Bremer Grünen feiern ihre Karo

Bremen (dapd). Für die Grünen-Spitzenkandidatin Karoline Linnert war es ein triumphaler Einzug und es war der frühe Höhepunkt der Wahlparty der Bremer Grünen: Mit minutenlangen "Karo! Karo!"-Rufen begrüßten der Saal im Weserhaus am Sonntagabend eine Viertelstunde nach den ersten Prognosen die Finanzsenatorin. Der Jubel für die 52-Jährige übertraf sogar den Beifall bei den Wahlprognosen von ARD und ZDF noch an Lautstärke. Dabei versprachen diese den Grünen den zweiten Platz in der Wählergunst und damit ein Ergebnis vor der alten Volkspartei CDU.

Im Restaurant Weserhaus, wo sich sonst die Mitarbeiter des Senders von Backkartoffel plus Salat oder anderen delikaten Gerichten ernähren, dominierte an diesem Abend klar die grüne Farbe. Auf weißen Tischen waren kleine grüne Kunstrasenquadrate mit gelben Blümchen drapiert. Die T-Shirt-Farben reichten von dunkleren Grün der Parteijugend über das Hellgrün der über die Schultern geschwungenen Parteifahne bis zum Gelbgrün der Hemdes mit der Aufschrift "Think Big - Vote Green". Selbst das eine oder andere vereinsgrüne Trikot des Bundesligisten Werder Bremen den Weg in das Restaurant gefunden, das Radio Bremen ansonsten auch als Talk-Show-Studio nutzt.

Finansenatorin Karoline Linnert, die schon seit 30 Jahren Mitglied der Grünen ist, zeigte sich überwältigt vom erwarteten 22-Prozent-Ergebnis. "Das ist Traum", sagte sie. Das habe man in den Anfangsjahren nicht zu träumen gewagt, eines Tages über 20 Prozent und zudem noch vor der CDU zu liegen.

Die Grünen-Landesvorsitzende Karin Mathes fasste auf der Party gleich nach der Prognose in einem ruhigen, nachdrücklichen Satz die Bedeutung des Bremer Ergebnisses für die Ökopartei zusammen. "Die Prognose zeigt, dass wie die eine wie die andere Volkspartei schlagen können", lobte sie die beiden Grünen-Erfolge in Baden-Württemberg und in Bremen. Im Bremen habe man die Zugewinnen zudem aus der Regierung heraus erzielt. Das sei eine überragende Leistung und spreche eben für die eigene nachhaltige Politik.

Die vielleicht 150 Gäste der Wahlparty bejubelten dann das gute Abschneiden der Grünen bei den Jungwählern noch etwas lauter als die ersten Prognosen. Wirklich überschwängliche Stimmung wollte aber trotz des sehr guten Wahlergebnisses nicht aufkommen. Die Grünen-Mitglieder und -Anhänger widmeten sich an den Tische im und vor dem Restaurant zufrieden, aber doch hanseatisch ruhig der Wahlanalyse.

dapd