Im Zusammenhang mit der internationalen Finanzkrise muss die Bayerische Landesbank (BayernLB) derzeit Belastungen in Höhe von 4,3 Milliarden Euro schultern. Das gab die Bank in ihrer Jahresbilanz bekannt. Belastungen dürfen aber nicht mit Verlusten gleichgesetzt werden. Sie bestehen aus mehreren unterschiedlich zu bewertenden Elementen.
Die BayernLB in der Krise
Tatsächliche Verluste sind Zahlungsausfälle beispielsweise aus dem Engagement der BayernLB in notleidende US-Immobilienkredite – das ist der sogenannte Subprime-Markt. Hausbesitzer in den USA können ihre Bankkredite nicht mehr bedienen und bescheren den Kreditgebern dadurch Zahlungsausfälle. Momentan sind das 100 Millionen Euro. "Das sind realisierte Verluste", heißt es von der Landesbank. Und diese Verluste wirken sich auch direkt auf den Gewinn der BayernLB aus. Diese Zahlungsausfälle machen aber den kleinsten Teil der diskutierten Belastungen aus.
Ein Teil der Belastungen steckt in den Veränderungen des Marktwerts der Handelsbestände. Das sind Wertpapiere, die aktiv gehandelt werden. Da aber der internationale Finanzmarkt sich derzeit – ausgelöst durch die Subprime-Probleme – in einer großen Vertrauenskrise befindet, haben fast alle Aktien und Wertpapiere in den vergangenen Monaten an Wert verloren. Das betrifft eben auch die Handelsbestände. Bei der BayernLB betragen die Wertminderungen 1,1 Milliarden Euro. Dieser zu einem Stichtag festgestellte Wert belastet direkt das Ergebnis, ist aber kein realisierter Verlust. Bei einer möglichen Erholung der Märkte gewinnen diese Papiere auch wieder an Wert.
Das dritte Element ist das sogenannte Impairment. Für den englischen Begriff aus der Bankensprache gibt es keine direkte deutsche Übersetzung. Er bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Differenz zwischen der ursprünglichen Kaufsumme für Wertpapiere und dem aktuellen Marktpreis in der Bilanz ausgewiesen werden muss. Bei der Landesbank sind das derzeit 1,2 Milliarden Euro. Die BayernLB rechnet hier mit einem Komplettausfall.
Ein weiterer Teil der Belastungen sind Buchwertminderungen von Wertpapieren, die in den Depots der BayernLB liegen, derzeit aber nicht gehandelt werden sollen. Auch diese Papiere haben in der Momentaufnahme an Wert verloren – und zwar 2,0 Milliarden Euro. Die Landesbank lässt sie jedoch liegen, bis sich die Börsenkurse und Märkte wieder erholt haben. Die Bank realisiert hier keine Verluste. Dennoch muss aus bilanzrechtlichen Gründen der aktuelle Wertverlust ausgewiesen werden. Er belastet das Eigenkapital der BayernLB und schmälert dadurch den Spielraum unter anderem für Kredite.
Ulrich Meyer/ddp