Deutschland und Kenia wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen ausbauen und dabei gemeinsam gegen die Korruption in dem afrikanischen Land vorgehen. Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Nairobi vereinbarten beide Seiten dazu am Dienstag die Einrichtung eines Büros der deutschen Wirtschaft.
Deutschland und Kenia bauen Wirtschaftsbeziehungen aus
Nairobi (dapd). Deutschland und Kenia wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen ausbauen und dabei gemeinsam gegen die Korruption in dem afrikanischen Land vorgehen. Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Nairobi vereinbarten beide Seiten dazu am Dienstag die Einrichtung eines Büros der deutschen Wirtschaft. Merkel sicherte Kenia eine Million Euro für das Flüchtlingslager Dadaab zu, wo derzeit 380.000 Menschen leben.
Auf der ersten Station ihrer Afrika-Reise durch Kenia, Angola und Nigeria sagte Merkel nach einem Gespräch mit Präsident Mwai Kibaki, die Korruptionsbekämpfung sei ein "wichtiges Thema". Gleichzeitig forderte die CDU-Vorsitzende sichere Rahmenbedingungen für Investitionen deutscher Unternehmen. Eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit soll es insbesondere bei den erneuerbaren Energien, Umwelttechnologien sowie dem Ausbau der Infrastruktur - Häfen, Straßen und Eisenbahnen - geben.
Man habe auch darüber gesprochen, "dass es gut und richtig ist, dass Kenia mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammenarbeitet, um die Ereignisse der Vergangenheit vorbehaltlos aufzuarbeiten", sagte Merkel mit Blick auf die Unruhen nach den kenianischen Wahlen 2007/2008.
Merkel traf in Nairobi zudem mit dem kenianischen Ministerpräsidenten Raila Odinga zusammen. Odinga betonte, Deutschland und Kenia wollten "den Handel und die Investitionen in beide Seiten voranbringen". Deutsche Unternehmen seien in Kenia "mehr als willkommen". Odinga versprach, "alles zu tun", um die Korruption im privaten und öffentlichen Sektor zu bekämpfen. Merkel sagte dabei Unterstützung zu.
Odinga bat ausdrücklich um deutsche Hilfe bei der Bekämpfung der aktuellen Hungersnot im Land, aber auch um langfristige Unterstützung, um gegen weitere Katastrophen besser gewappnet zu sein. Wichtig sei dabei der Erhalt und die Aufwertung des in Nairobi ansässigen Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Merkel sicherte zu, dass sich Deutschland für eine UNEP-Aufwertung einsetzen werde.
Odinga wies den Eindruck zurück, dass China bei Investitionen in Kenia bevorzugt werde. "Wir sind nicht die Kolonie eines einzelnen Landes", sagte er, wies aber darauf hin, dass China besonders in die Infrastruktur und damit in einen Bereich investiere, aus dem sich Europa weitgehend zurückgezogen habe.
Merkel wurde auf der Reise von einer Wirtschaftsdelegation und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner begleitet. Die Kanzlerin erklärte, gerade im Agrarbereich wolle man in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten.
Aigner hatte zuvor auf die großen Hungersnöte auf dem Kontinent verwiesen und den Zugang zu Land und Wasser als zwei der wichtigsten Voraussetzungen genannt, um den Hunger wirkungsvoll zu bekämpfen. Deutschland könne dabei sein Know-how zur richtigen Aufbewahrung von Saatgut zur Verfügung stellen, Hilfe bei der Berufsausbildung oder Unterstützung für die Ausstattung des Maschinenparks leisten, nannte die CSU-Politikerin als Beispiele.
Am Nachmittag sollte die Bundeskanzlerin eine Rede an der Universität Nairobi halten, das International Livestock Research Institute (ILRI) besuchen und im Rahmen eines Besuchs des UNEP an einem Gespräch mit Experten aus dem Bereich erneuerbare Energien teilnehmen. Am Abend stand die Weiterreise nach Angola an. Letzte Station ist am Donnerstag Nigeria.
dapd
