Statistisches Bundesamt Deutschland nicht mehr Exportweltmeister

Keine guten Konjunkturnachrichten für Deutschland: China ist neuer Exportweltmeister. Zudem stiegen die Verbraucherpreise im Januar deutlich an.

Deutschland nicht mehr Exportweltmeister

Jetzt ist es amtlich: China hat Deutschland im vergangenen Jahr nach einem deutlichen Einbruch der Ausfuhren als Exportweltmeister abgelöst. Die deutschen Ausfuhren verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Einfuhren nach Deutschland gingen um 17,2 Prozent zurück.

Insgesamt wurden 2009 Waren im Wert von 803 Milliarden Euro aus Deutschland ausgeführt und Waren im Wert von 667 Milliarden Euro eingeführt. Die Ausfuhren Chinas beliefen sich nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums auf umgerechnet 875 Milliarden Euro.

Die deutsche Außenhandelsbilanz schloss 2009 mit einem Überschuss von 136,1 Milliarden Euro ab. 2008 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 178,3 Milliarden Euro betragen. In die Mitgliedstaaten der EU wurden 2009 Waren im Wert von 503,5 Milliarden Euro versandt und Waren im Wert von 431,0 Milliarden Euro von dort bezogen. Gegenüber 2008 sanken die Versendungen in die EU-Länder um 19,1 Prozent und die Eingänge aus diesen Ländern um 15,9 Prozent.

Mineralölprodukte teurer

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Januar auf Jahressicht um 0,8 Prozent gestiegen. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt seine Schätzung von Januar. Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2009 verringerten sich die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Die Inflationsrate im Januar wurde den Angaben zufolge vor allem durch den Preisauftrieb bei Mineralölprodukten geprägt, deren Preise um 13,0 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Ohne Berücksichtigung der Mineralölpreise hätte die Jahresveränderungsrate im Januar nur bei einem Anstieg von 0,2 Prozent gelegen.

Nahrungsmittel waren im Januar billiger als ein Jahr zuvor. Ihre Preise gingen um 1,4 Prozent zurück. Deutlich günstiger waren dabei Gemüse, insbesondere Kartoffeln und viele Molkereiprodukte. Preisanstiege wurden dagegen vor allem bei Speisefetten und Fisch festgestellt.

ddp