Aufbauhilfe in Osteuropa, Katastrophenvorsorge in Asien oder Bauprojekte in Afrika: Mit seinem Know-how engagiert sich das deutsche Handwerk weltweit für soziale Projekte. Beispielhaft dafür steht ein Projekt des Sängers Peter Maffay in Rumänien.

Das osteuropäische Land steht nicht nur für Dracula und Frankenstein, sondern vor allem für unberührte Natur, dichte Wälder und erholsame Stille. Und genau hier bietet seit etwa zwei Jahren ein Kinderferienheim im rumänischen Radeln Erholung für Mädchen und Jungen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – sei es durch Drogen, sexuellen Missbrauch oder der Verlust eines oder beider Elternteile.

Alte Burg symbolisch für Projekt
Insgesamt sind bislang rund 1.000 Kinder zu Gast im Ferienheim gewesen. Sie kommen nicht nur aus Rumänien, sondern auch aus Deutschland oder Spanien und bleiben in der Regel 10 bis 14 Tage zu Gast in Radeln. Allerdings profitieren vom Heim auch die ortsansässigen Kinder, die im Heim täglich nach der Schule ein warmes Essen und am Nachmittag Hausaufgabenbetreuung erhalten.
Im Dorf selbst gibt es nicht viel, da es infrastrukturell kaum erschlossen ist. Warum also der Ort für ein Ferienheim wie dieses: "Ausschlaggebend war letztendlich die wunderschöne alte Kirchenburg in Radeln, in deren Umfeld das ganze Projekt stattfindet. Das es "Schutzräume für Kinder" heißt, fanden wir, dass eine alte Burg symbolisch sehr gut passt", erzählt der Rocksänger. Seit Beginn des Projekts sind die Fortschritte im Dorf deutlich sichtbar. So sind beispielsweise die Straßen weiter ausgebaut worden und auch die fließende Trinkwasserversorgung hat sich in Radeln seit 2011 erheblich verbessert.
Handwerker ohne Grenzen
Ohne Hilfe hätte es die Peter Maffay-Stiftung nicht geschafft. Umso glücklicher ist der Rockstar, dass sich nach einem Aufruf in der Deutschen Handwerks Zeitung zahlreiche Handwerksbetriebe bei der Stiftung gemeldet haben, um ihre Mithilfe beim Aufbau des Projekts in Radeln anzubieten. "Von dieser Einsatzbereitschaft waren wir einfach überwältigt! Bis heute haben mehr als 80 deutsche Handwerker rund 640 Arbeitstage in die Sanierung des alten Gebäudestandes in Radeln investiert – unentgeltlich", erzählt Maffay. Vom ersten Spatenstich bis zur Einweihung des Ferienheims seien so nur knapp 465 Tage vergangen. Eine Rekordzeit, die ohne die freiwilligen Handwerker nicht möglich gewesen wäre, so der Sänger.
Obwohl Maffay während der Aufbauzeit nicht die ganze Zeit vor Ort gewesen ist, berichtet er von der positiven Energie, die auf der Baustelle geherrscht hat. "Wann immer ich vorbeigeschaut habe, bin ich ausschließlich fröhlichen Gesichtern begegnet – es war eine wahre Freude! Aber eigentlich verwundert mich das nicht, denn Menschen, die sich dazu entschließen, ehrenamtlich zu helfen, haben im Allgemeinen eine positive Lebenseinstellung. Sie wollen etwas bewegen und tun das dann voller Motivation. Das ist immer wieder schön zu sehen!" erzählt Maffay freudestrahlend.
In Radeln ist Bewegung. Handwerker, die freiwillig helfen wollen, werden von der Stiftung jederzeit gesucht. Ein bestimmtes Gewerk betrifft es allerdings nicht. „Metallbauer, Elektroniker, Ofenbauer, Maurer und Fliesenleger haben in den vergangenen Jahren in Radeln sehr viel geleistet. Allerdings gibt es in dem rumänischen Dorf immer noch viel zu tun. dhz
Mit 13 Milliarden Dollar Budget für internationale Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland auf Platz drei unter den Geberländern. Auch Privatspenden an Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Welthungerhilfe erreichen hierzulande einen Milliardenwert, allerdings nicht nur in Form von Geld und Sachgütern: Auch mit ehrenamtlicher Arbeit helfen tausende Fachkräfte in Krisengebieten und Schwellenländern bei Bauprojekten und Katastrophenvorsorge. Unter ihnen sind auch zahlreiche Handwerker, die mit ihrem Know-how aus ausgeprägtem Teamwork nicht selten zu Hoffnungsträgern werden.
So wie in Südafrika, wo in einem kleinen Dorf eine Schule innerhalb von sechs Tagen entstanden ist. Maßgeblich am Schulbau beteiligt ist dem Zimmerermeister Stefan Zimmermann gewesen, der mithilfe von EU-Fördergeldern die nötigen Baumaterialien besorgte und alle logistischen Herausforderungen löste. "Mit dem Werkzeug im Gepäck flogen meine drei Azubis dann für sechs Tage nach Südafrika, um das Schulgebäude zu errichten", erzählt Zimmermann.
Beginn der zweiten ehrenamtlichen Karriere
Dabei packen nicht nur junge Handwerker mit an, wenn es um ehrenamtliche Unterstützung geht. Auch zahlreiche pensionierte Handwerker starten gewissermaßen in eine zweite ehrenamtliche Karriere. Hier kommt der "Senior Experten Service" (SES) ins Spiel. Die gemeinsame Initiative von Handwerk und Industrie schickt deutsche Fachkräfte in Entwicklungs- und Schwellenländer. Dort unterstützen diese mittelständische Betriebe mit ihrem Fachwissen und treten als erfahrene Berater und Impulsgeber auf. Das Besondere: Alle 11.000 Experten des SES befinden sich im Ruhestand. dhz
Handwerker werden weltweit zu Hoffnungsträgern
Mit 13 Milliarden Dollar Budget für internationale Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland auf Platz drei unter den Geberländern. Auch Privatspenden an Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder die Welthungerhilfe erreichen hierzulande einen Milliardenwert, allerdings nicht nur in Form von Geld und Sachgütern: Auch mit ehrenamtlicher Arbeit helfen tausende Fachkräfte in Krisengebieten und Schwellenländern bei Bauprojekten und Katastrophenvorsorge. Unter ihnen sind auch zahlreiche Handwerker, die mit ihrem Know-how aus ausgeprägtem Teamwork nicht selten zu Hoffnungsträgern werden.
So wie in Südafrika, wo in einem kleinen Dorf eine Schule innerhalb von sechs Tagen entstanden ist. Maßgeblich am Schulbau beteiligt ist dem Zimmerermeister Stefan Zimmermann gewesen, der mithilfe von EU-Fördergeldern die nötigen Baumaterialien besorgte und alle logistischen Herausforderungen löste. "Mit dem Werkzeug im Gepäck flogen meine drei Azubis dann für sechs Tage nach Südafrika, um das Schulgebäude zu errichten", erzählt Zimmermann.
Beginn der zweiten ehrenamtlichen Karriere
Dabei packen nicht nur junge Handwerker mit an, wenn es um ehrenamtliche Unterstützung geht. Auch zahlreiche pensionierte Handwerker starten gewissermaßen in eine zweite ehrenamtliche Karriere. Hier kommt der "Senior Experten Service" (SES) ins Spiel. Die gemeinsame Initiative von Handwerk und Industrie schickt deutsche Fachkräfte in Entwicklungs- und Schwellenländer. Dort unterstützen diese mittelständische Betriebe mit ihrem Fachwissen und treten als erfahrene Berater und Impulsgeber auf. Das Besondere: Alle 11.000 Experten des SES befinden sich im Ruhestand. dhz