Aber immer mehr Selbststopfer und weniger Fabrikzigaretten Deutscher Tabakmarkt stabil

In Deutschland stellen immer mehr Raucher ihre Zigaretten selbst her und lassen die fertigen Glimmstängel im Regal. Der Absatz an Industriezigaretten fiel in den sechs Monaten von Oktober bis März um etwas mehr als 1 Prozent auf 81 Milliarden Stück, wie der Tabakkonzern Reemtsma am Dienstag mitteilte.

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Deutscher Tabakmarkt stabil

Hamburg (dapd). In Deutschland stellen immer mehr Raucher ihre Zigaretten selbst her und lassen die fertigen Glimmstängel im Regal. Der Absatz an Industriezigaretten fiel in den sechs Monaten von Oktober bis März um etwas mehr als 1 Prozent auf 81 Milliarden Stück, wie der Tabakkonzern Reemtsma am Dienstag mitteilte. Der Markt für den deutlich günstigeren Feinschnitt, also Dreh- und Stopfzigaretten, wuchs hingegen um 3 Prozent auf 35,7 Milliarden Stück. Damit blieb der Gesamtmarkt mit 116,7 Milliarden Stück im Vergleich zum Halbjahr 2010 mit 116,5 Milliarden Stück in etwa stabil.

Reemtsma legte im Umsatz in den sechs Monaten minimal auf 470 Millionen Euro zu. Das operative Ergebnis stieg überproportional um 7 Prozent auf 248 Millionen Euro. Den Gesamtmarktanteil konnte Reemtsma im Vergleich zum Vorjahr um ein Zehntelprozent auf 24,7 Prozent ausbauen. Damit bleiben die Hamburger die Nummer zwei auf dem deutschen Tabakmarkt. Erfolgreichste Zigarette ist weiterhin die John Player Special (JPS), wie es hieß.

Laut Reemtsma werden die grundsätzlichen Markttrends auch in der zweiten Hälfte 2011 unverändert bleiben. Hierzu zählten etwa gestiegenes Kostenbewusstsein der Raucher, stabile Schmuggelzahlen sowie härterer Wettbewerb. Seit dem 1. Mai 2011 greift die erste von insgesamt fünf Steuererhöhungen bis 2015. Die Zigarettenpreise sind damit um durchschnittlich 20 Cent pro Packung gestiegen. Aufgrund der hohen Preissensibilität der Kunden erwartet Reemtsma für das zweite Halbjahr einen leichten Anstieg bei den preisgünstigen Markenzigaretten und des Feinschnitts.

Reemtsma kritisierte die geplante Änderung der Tabakproduktrichtlinie der Europäischen Union. Die EU erwägt Maßnahmen wie Einheitspackungen und die Verbannung von Tabakprodukten unter die Ladentheke.

dapd