Die Qualität der Lebensmittel ist den meisten Deutschen wichtiger als der Preis. Vier von zehn Verbrauchern würden für gesundheitlich einwandfreie Produkte sogar deutlich mehr bezahlen, ergab eine aktuelle Umfrage. Gute Nachrichten für Bäcker und Metzger, die ihre Waren noch selbst herstellen.

Die Hygieneskandale bei Vinzenzmurr und Müller-Brot scheinen die Deutschen zum Umdenken anzuregen. Denn das Vertrauen vieler Verbraucher in die Sicherheit von Lebensmitteln ist erschüttert. Laut einer repräsentativen Umfrage der "Apotheken Umschau" wären deshalb auch über 40 Prozent der Deutschen bereit für Lebensmittel deutlich mehr zu bezahlen als heute, wenn diese gesundheitlich unbedenklich sind.
Galt Deutschland lange Zeit als geizig bei den Ausgaben für Nahrungsmittel, – nur rund zehn Prozent des privaten Budgets plant jeder Deutsche noch im Jahr 2009 für den Lebensmitteleinkauf ein – so könnte sich das also bald ändern. Schon jetzt gibt über ein Drittel der Umfrageteilnehmer laut des Kundenmagazins mehr Geld als früher für "gesunde" Produkte aus. Rund 30 Prozent kauft inzwischen auch mehr Biowaren.
Handwerksbetriebe können profitieren
Folgt man diesem Trend könnte damit auch der große Run auf die Discounter ein Ende haben. Handwerksbäcker und -metzger, die deshalb in den vergangenen Jahren Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, könnten nun punkten. Zwar müssen diese Betriebe – und dabei vor allem die Bäckereien – aufgrund der steigenden Rohstoff- und Energiepreise auch mehr für ihre Waren verlangen, doch dafür sind diese handgemacht und der Kunde hat den direkten Kontakt zum Hersteller.
Die Bereitschaft der Verbraucher, für gute und sichere Lebensmittel mehr zu bezahlen, ist also grundsätzlich vorhanden. Doch dieser Wunsch wird bei einigen trotzdem scheitern: Gut 45 Prozent der Befragten erklären, dass sie es sich schlicht und einfach nicht leisten zu können, mehr Geld für eventuell gesündere Lebensmittel auszugeben.
Für die Umfrage sprach die GfK Marktforschung in Nürnberg mit 2.073 Personen ab 14 Jahren. jtw