Die deutsche Wirtschaftsleistung wird im laufenden Jahr nach Einschätzung der Bundesregierung weniger stark zurückgehen als noch im Frühjahr befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2009 um vier bis fünf Prozent schrumpfen.

Deutsche Wirtschaft schrumpft weniger als erwartet
In ihrer Frühjahrsprognose war die Bundesregierung für das laufende Jahr noch von einem BIP-Rückgang um sechs Prozent ausgegangen. Am 21. Oktober wird die Bundesregierung offiziell ihre aktualisierte Prognose vorlegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits mehrfach für 2009 einen Rückgang zwischen 5,0 und 6,0 Prozent in Aussicht gestellt. In den Jahren 2007 und 2008 hatte die deutsche Wirtschaft noch Wachstumsraten von 2,5 und 1,2 Prozent verzeichnet.
IWF sieht Risiken für deutsche Konjunktur
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht für die deutsche Konjunktur derzeit allerdings mehr Risiken als Chancen. "Für das kommende Jahr sehen wir immer noch leichte Abwärtsrisiken", sagte der Leiter der IWF-Abteilung für Weltwirtschaftsstudien, Jörg Decressin, am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Istanbul der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires.
Derzeit stehe die "Erholung nicht auf festen Beinen", sagte Decressin. In seiner jüngsten Prognose hatte der Währungsfonds Deutschland für 2010 ein Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozent nach einem erwarteten Rückgang von 5,3 Prozent in diesem Jahr vorausgesagt. Vor diesem Hintergrund plädierte er dafür, dass "die öffentliche Hand weiterhin die Erholung" unterstütze, doch sehe er keinen Bedarf, "einen neuen fiskalischen Stimulus einzuleiten."
Gründe für die Risiken seien die noch steigende Arbeitslosigkeit sowie die dadurch sinkende private Nachfrage. Zugleich wollte er jedoch nicht ausschließen, dass es wie zuletzt "weitere Überraschungen nach oben" geben könne, "wenn das Finanzsystem schneller wieder auf die Beine kommt, als wir uns das bisher vorstellen."
Zurückhaltend äußerte er sich zu Plänen der neuen Bundesregierung für Steuersenkungen. Damit allein sei keine Konsolidierung möglich, sagt er. Stehe die Wirtschaftserholung erst einmal auf festen Beinen, müsse eine Haushaltskonsolidierung stattfinden.
ddp