Angesichts stabiler Arbeitsverhältnisse und magerer Sparzinsen ist die Anschaffungsneigung hoch und beschert der Wirtschaft gute Umsätze. Allerdings warnen Volkswirte davor, dass der Beschäftigungsboom bei falscher Planung abgewürgt werden könnte.
Institute und Sachverständige waren sich in ihren Herbstgutachten einig: Deutschland steht am Beginn eines Aufschwungs. Es herrscht in weiten Teilen der Wirtschaft Zuversicht. Nachfrage und Erzeugung der Industrie fielen zwischen September und November um 4,7 bzw. 2,3 Prozent höher aus als 2012. Allerdings warnen viele Volkswirte mit Blick auf die Pläne der neuen Bundesregierung davor, den Beschäftigungsboom abzuwürgen.
Die Warnung ist umso dringlicher, als der private Konsum vom Arbeitsmarkt Impulse erhält. Angesichts stabiler Arbeitsverhältnisse und magerer Sparzinsen ist die Anschaffungsneigung derzeit extrem hoch.
Dabei spielt die moderate Teuerung eine Rolle. Im Dezember lag die Inflation bei 1,4 Prozent. Während die Preise für Mineralölprodukte deutlich nachgaben, verteuerte sich Nahrung überdurchschnittlich.
Beschäftigung im achten Jahr mit Plus
Die Exportwirtschaft wittert Morgenluft. Im Oktober und November übertrafen die Auslandslieferungen das Vorjahr um 0,8 Prozent. Laut der Maschinen- und Anlagenbauer läuft zwar das Geschäft mit den Schwellenländern noch nicht rund. Erfreulich ist aber, dass die Rezession in Europa ihr Ende findet; immerhin gehen 40 Prozent der Maschinenausfuhren in EU-Länder.
Die Firmeninvestitionen sind in einem frühen Stadium der Erholung. Demzufolge ist die Kreditnachfrage weiterhin schwach. Allerdings zogen in jüngster Zeit die Inlandsumsätze der Investitionsgüterhersteller wieder an. Auf Jahressicht stiegen sie im Zeitraum Oktober/November um 1,6 Prozent.
Im vierten Quartal des 2013 waren in Deutschland 42,2 Millionen Menschen erwerbstätig, knapp 250.000 mehr als 2012. Damit schloss die Beschäftigung das achte Jahr in Folge mit einem Plus ab. Das könnte sich fortsetzen, obwohl die einheimische Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft. Dieser Effekt wird derzeit durch Zugänge aus der stillen Reserve und Zuwanderer mehr als ausgeglichen. we/los