Den Grünen in Deutschland und Österreich gehen die europäischen Pläne für Reaktortests nicht weit genug. Das bisherige Konzept sei eine "unverantwortliche Dummheit", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Mittwoch in Berlin. "Das schadet der Sicherheit von Millionen von Menschen."
Deutsche und österreichische Grüne wollen strenge Reaktortests in EU
Berlin (dapd). Den Grünen in Deutschland und Österreich gehen die europäischen Pläne für Reaktortests nicht weit genug. Das bisherige Konzept sei eine "unverantwortliche Dummheit", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Mittwoch in Berlin. "Das schadet der Sicherheit von Millionen von Menschen."
Roths österreichische Amtskollegin, Eva Glawischnig, mahnte nach einem gemeinsamen Treffen in Berlin, die europäischen Atommeiler müssten auch auf Szenarien wie Flugzeugabstürze oder Terroranschläge geprüft werden. Andernfalls entstehe der Eindruck, als sollten die Stresstests nur ein "Persilschein" für den Weiterbetrieb der Kraftwerke sein.
Die Europäische Union berät derzeit über Sicherheitschecks für die mehr als 140 Atommeiler in den Mitgliedsstaaten. Die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) hatte berichtet, die geplanten Tests würden deutlich schwächer ausfallen als angekündigt. Vorgesehen seien wohl nur Überprüfungen, ob die Meiler Naturkatastrophen wie Hochwasser, Tsunamis oder Erdbeben standhalten. Freiwillige strengere Tests sollen in das Ermessen einzelner Länder gestellt werden.
Glawischnig betonte, in Österreich gebe es zwar keine Atomkraftwerke. Das Bestreben ihrer Partei sei aber, europaweit den Ausstieg aus der Kernkraft zu erreichen. Beim Kampf gegen die Atomenergie ende der Widerstand nicht an der Landesgrenze.
Die österreichischen Grünen waren zu einem zweitägigen Besuch nach Berlin gereist, um mit ihren deutschen Parteikollegen über verschiedene Themen zu beraten.
dapd
