Die Deutschen legen offenbar wieder etwas mehr Geld auf die hohe Kante. In diesem Jahr ist laut dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken davon auszugehen, dass die Sparquote auf elf Prozent steigt.
Deutsche sparen wieder etwas mehr
Eine höhere Quote sei zuletzt vor 14 Jahren erreicht worden. Im vergangenen Jahr hatten die Bundesbürger den Angaben zufolge 10,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurückgelegt.
Immer mehr verbreite sich unter den Bundesbürgern die Erkenntnis, dass ohne zusätzliches privates Sparen der Lebensstandard im Alter nicht gesichert werden könne, hieß es. Dass der Anstieg der Sparquote nicht größer ausfiel, liege an der hohen Inflation, die die Sparfähigkeit der Bundesbürger beeinträchtige.
Gespart werde vor allem in den oberen Einkommensklassen, erklärte der BVR. Während hier ein Fünftel des verfügbaren Einkommens zurückgelegt werde, liege die Sparquote bei Geringverdienern nahe Null.
Insgesamt sei zu beobachten, dass die Bundesbürger ihr gespartes Geld weniger in Finanzanlagen investierten, sondern eher Kredite tilgten und Sachvermögen bildeten, indem sie beispielsweise Immobilien kauften, hieß es weiter. So seien 2007 rund 115,2 Milliarden Euro in Geldanlagen geflossen, ein Jahr zuvor waren es noch 132 Milliarden Euro gewesen. Der Schuldenstand der Deutschen habe sich im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent auf 1,5 Billionen Euro reduziert. Damit sei jeder Haushalt durchschnittlich mit 38 800 Euro verschuldet gewesen. Bezogen auf das Einkommen befänden sich die Verbindlichkeiten damit auf dem niedrigsten Stand seit 13 Jahren.
Den Schulden habe ein finanzielles Vermögen der Bundesbürger von 4,6 Billionen Euro gegenüber gestanden. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Geldvermögen damit 2007 um 153 Milliarden Euro beziehungsweise 3,5 Prozent gestiegen. Ein Viertel des Anstiegs sei auf Kurssteigerungen zurückzuführen gewesen, drei Viertel auf die Spartätigkeit. Im Durchschnitt habe jeder Haushalt damit im vergangenen Jahr über 114.600 Euro verfügt.
ddp