Private Geldvermögen Deutsche sparen Rekordsummen an

Dank des robusten Arbeitsmarkts und steigender Löhne haben viele Deutsche Geld übrig, das sie auf die hohe Kante legen. So ist das private Geldvermögen weiter stark gestiegen. Dabei nutzen die meisten eher konservative Anlagen – und verschenken damit Renditen.

Das Geldvermögen wächst. Mehr und mehr häufen die Deutschen an. - © tuk69tuk/Fotolia.com

Bargeld und Bankguthaben sind die Anlageformen, die in Deutschland am meisten genutzt werden, um Geld anzusparen. Die Deutschen gelten als eher börsenscheu. Zwar ändert sich dies ein wenig und die Bundesbank erkennt derzeit ein steigendes Renditebewusstsein und mehr Engagement in Aktien und Anteilen an Investmentfonds. Doch könnten viele noch mehr Geld zurücklegen, wenn sie die derzeitige Lage an den Finanzmärkten richtig nutzen würden, meinen Aktionärsvertreter.

Deutsche in der Falle der Niedrigzinsen

Gerade einmal knapp 15 Prozent bzw. fünf Milliarden Euro des gesamten Geldvermögens – und damit weniger als in den Vorquartalen – haben die deutschen Anleger in Aktien oder Aktienfonds vor allem von inländischen börsennotierten Unternehmen investiert. Beliebt waren dabei vor allem Renten- und Immobilienfonds. Die Mehrheit der Bundesbürger verharrt nach Aussagen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) weiter in der Falle der Niedrigzinsen.

Grund zum Meckern hat dennoch keiner, denn so viel wie in der vergangenen Zeit in Deutschland an privatem Geldvermögen zurückgelegt wird, gab es lange nicht. Ungeachtet der Niedrigzinsen stieg das Geldvermögen im zweiten Quartal 2016 auf den Rekordwert von 5,401 Billionen Euro. Zu diesem Vermögen zählen Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Das teilte die Bundesbank am Mittwoch mit.

Doch wenn es Aktien nicht sind, wie legen die Deutschen denn dann ihr Geld an?

  • Den Großteil der angesparten Summen stecken die deutschen Sparer weiterhin in Bargeld und Bankguthaben. Das sind rund 25 Milliarden Euro.
  • An zweiter Stelle stehen mit 18 Milliarden Euro als sicher eingeschätzte   Versicherungen und Pensionseinrichtungen.
  • Aus Spareinlagen zogen die Bundesbürger im zweiten Quartal unter dem Strich Geld ab. Seitdem die Europäische Zentralbank im Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturflaute die Zinsen praktisch abgeschafft hat, werfen Sparbuch und Co. kaum noch etwas ab.
  • Zugleich nutzten die Bundesbürger die niedrigen Zinsen, um sich günstig Kredite zu verschaffen – vor allem für den Wohnungsbau. Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um ein Prozent auf 1,645 Billionen Euro. Unter dem Strich erhöhte sich das Nettogeldvermögen damit um 0,8 Prozent auf 3,756 Billionen Euro. dpa