Zeugenaussage vor Gericht Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Börsig bestreit Komplott gegen Kirch

Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig hat als Zeuge im Kirch-Prozess jede gezielte Schädigung des Medienkonzerns vor der Insolvenz 2002 bestritten. "Keiner am Tisch hatte ein verstärktes Interesse an einem Mandat der Kirch-Gruppe", sagte Börsig am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München.

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Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Börsig bestreit Komplott gegen Kirch

München (dapd). Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig hat als Zeuge im Kirch-Prozess jede gezielte Schädigung des Medienkonzerns vor der Insolvenz 2002 bestritten. "Keiner am Tisch hatte ein verstärktes Interesse an einem Mandat der Kirch-Gruppe", sagte Börsig am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht München.

Leo Kirch hat die Bank auf 3,3 Milliarden Euro Schadenersatz verklagt. Er wirft ihr vor, seinen Medienkonzern gezielt in die Enge getrieben zu haben, um ein lukratives Beratungsmandat für die Zerschlagung der Gruppe zu erhalten. Das sei auch bei einer Vorstandssitzung der Deutschen Bank am 29. Januar 2002 besprochen worden. Fünf Tage später hatte der damalige Bankchef Rolf Breuer in einem Fernsehinterview bezweifelt, dass der hoch verschuldete Kirch weitere Kredite erhalten werde.

Aufsichtsratchef Börsig, der damals Finanzvorstand war, sagte, die Bank sei nach einem Gespräch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Breuer aus Verantwortung bereit gewesen, "eine Schiedsrichterrolle" zu übernehmen: Wenn zum Beispiel der Medienunternehmer Rupert Murdoch Teile von Kirchs Film- und Fernsehkonzern übernehmen wollte, würde die Bank zunächst Kirch fragen, ob er die Bank beauftragen wolle. Damit habe sie jeden möglichen Interessenkonflikt vermeiden wollen. "Das haben wir nicht gemacht, weil wir es erhofft hatten, sondern um ganz sauber dazustehen", betonte Börsig.

Am Nachmittag muss auch Vorstandschef Josef Ackermann als Zeuge im Kirch-Prozess aussagen. Das Gericht will davor noch zwei weitere Bankvorstände vernehmen.

Der Medienkonzern war im April 2002 unter der Last von 6,5 Milliarden Euro Schulden zusammengebrochen.

dapd