Arbeitskosten im EU-Vergleich Deutsche Arbeitgeber bezahlen überdurchschnittlich

Deutsche Arbeitgeber kostet eine Stunde Arbeit fast ein Drittel mehr als Arbeitgeber in der Europäischen Union durchschnittlich zahlen müssen. Die Lohnnebenkosten sind in der Bundesrepublik dennoch deutlich günstiger als im EU-Mittel.

Deutsche Arbeitgeber in der Privatwirtschaft kostet eine Stunde Arbeit durchschnittlich 31 Euro. - © DOC RABE Media/Fotolia.com

Im Schnitt haben Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft im vergangenen Jahr 31 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde bezahlt. Das sind rund 32 Prozent mehr als Unternehmer in der Europäischen Union durchschnittlich für eine Stunde Arbeit ausgeben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, liegt Deutschland damit auf Rang acht der 27 EU-Staaten.

Arbeitskosten steigen schneller

Am höchsten sind die Arbeitskosten nach wie vor in Schweden mit 41,90 Euro pro geleisteter Stunde, am niedrigsten in Bulgarien mit 3,70 Euro. Auch im Nachbarland Frankreich mussten Arbeitgeber mit 34,90 Euro je Arbeitsstunde mehr zahlen als in Deutschland.

Erstmals seit knapp zehn Jahren stiegen damit die Arbeitskosten in den Jahren 2011 und 2012 hierzulande wieder stärker als im EU-Durchschnitt. Während der 2012 bei plus 2 Prozent lag, erhöhten sich die Arbeitskosten in der Bundesrepublik im Vergleich zu 2011 um 2,8 Prozent.

Die Arbeitskosten in der Privatwirtschaft liegen in Deutschland um 32 Prozent höher als im EU-Vergleich - © dapd/Statistisches Bundesamt
Arbeitskosten EU-Vergleich

Zwischen 2001 und 2010 war das Kostenwachstum in Deutschland (insgesamt + 16 Prozent) stets geringer ausgefallen als im europäischen Mittel. In Frankreich stiegen die Arbeitskosten im gleichen Zeitraum beispielsweise um fast das Doppelte (+ 35 Prozent).

Arbeitskosten ergeben sich aus Lohnnebenkosten und Bruttoverdienst. Lohnnebenkosten bestehen hauptsächlich aus den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber. Hierunter fallen die gesetzlichen Beiträge des Arbeitgebers zur Sozialversicherung, Kosten für betriebliche Altersvorsorge und Lohn- und Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall.

Lohnnebenkosten vergleichsweise niedrig

Die Lohnnebenkosten lagen 2012 trotz gestiegener Arbeitskosten mit 27 Euro je 100 Euro Bruttoverdienst unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro. Mit diesem Wert liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld auf Rang 16. Auch hier führt Schweden wie schon im Vorjahr mit 51 Euro die Tabelle an.

In Malta müssen Arbeitgeber mit 10 Euro am wenigsten für Lohnnebenkosten ausgeben. dhz