Trauerfeier für Gefallene am Freitag in Hannover - Lötzsch bezeichnet Opfer als sinnlos Deutsche Anschlagsopfer werden nach Deutschland gebracht

Die bei dem Selbstmordanschlag auf ein Sicherheitstreffen am Samstag in Nordafghanistan getöteten deutschen Soldaten und mehrere Verletzte werden nach Deutschland geflogen. Die Zahl der Verwundeten wurde von der Bundeswehr am Montag auf sechs korrigiert.

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Deutsche Anschlagsopfer werden nach Deutschland gebracht

Berlin (dapd). Die bei dem Selbstmordanschlag auf ein Sicherheitstreffen am Samstag in Nordafghanistan getöteten deutschen Soldaten und mehrere Verletzte werden nach Deutschland geflogen. Die Zahl der Verwundeten wurde von der Bundeswehr am Montag auf sechs korrigiert. Am Freitag wird in Hannover eine Trauerfeier für die beiden Toten vom Samstag und den drei Tage zuvor bei einem anderen Anschlag getöteten Soldaten abgehalten.

Die Leichen der drei Gefallenen sollten am Montagabend in Deutschland eintreffen. Vier Verwundete des Anschlags vom Samstag werden Angaben der Bundeswehr zufolge am Dienstag zu umfassenden medizinischen Untersuchungen nach Deutschland verlegt. Darunter ist eine schwer verletzte Soldatin, deren Zustand die Bundeswehr als stabil beschreibt. Auch der verletzte Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF in Nordafghanistan, General Markus Kneip, wird nach Deutschland gebracht.

Er möchte nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums auch an der Trauerfeier am Freitag teilnehmen. Der General solle drei Wochen in Deutschland behandelt werden. Danach werde er nach derzeitiger Planung nach Afghanistan zurückkehren, sagte Ministeriumssprecher Christian Dienst. Brigadegeneral Dirk Backen, der seit Februar beim ISAF-Regionalkommando Nord tätig ist, werde Kneip bis zu dessen Rückkehr vertreten.

Am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter bei einem deutsch-afghanischen Sicherheitstreffen in der Stadt Talokan in die Luft gesprengt. Berichte zufolge trug er eine afghanische Polizeiuniform. Auch Ministeriumssprecher Dienst sprach am Montag von einem Mann in Uniform. Bei dem Anschlag am Gouverneurssitz der Provinz Tachar waren auch mehrere Afghanen getötet worden. Drei Tage zuvor war bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille nordwestlich von Kundus ein Soldat getötet worden.

Dienst sagte, man dürfe die afghanischen Polizisten und Soldaten nicht unter Generalverdacht stellen, auch wenn die Situation "sehr schwierig" sei, sagte Dienst. "Man muss zwangsläufig auf Vertrauen setzen." Die afghanische und die internationale Seite seien darauf angewiesen zusammenzuarbeiten.

Der Verband der Reservisten der Bundeswehr sprach sich ebenfalls für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit einheimischen Sicherheitskräften aus. "Wir verfolgen mit unseren Bündnispartnern das Ziel, wieder Sicherheit in Afghanistan herzustellen. Das ist nur möglich, wenn wir am Prinzip der Zusammenarbeit festhalten und den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen", sagte Verbandspräsident Gerd Höfer am Montag in Bonn.

Höfer sprach den Familien der gefallenen deutschen Soldaten sein tiefstes Mitgefühl aus. "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen", sagte er. "Den Verwundeten wünschen wir eine rasche Genesung."

Linke-Chefin Gesine Lötzsch sprach den Familien der deutschen und afghanischen Opfer ebenfalls ihr Mitgefühl aus. Sie bezeichnete die Opfer jedoch als "sinnlos". "Der Kriegseinsatz in Afghanistan muss unverzüglich beendet werden", sagte Lötzsch am Montag in Berlin. "Viele Menschen leben schlechter als vor dem Krieg und Demokratie kann man nun einmal nicht herbeibomben."

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Ulrich Kirsch, sagte am Montag, die deutschen Soldaten in Afghanistan seien "permanent größter Bedrohung ausgesetzt". Die Truppe "erträgt diese schwierigen und extrem fordernden Bedingungen in heldenhafter Art und Weise".

Kirsch äußerte sich bestürzt über den Anschlag am Samstag. "Wir trauern um unsere beiden gefallenen Kameraden. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten ihren Angehörigen und Freunden", sagte er. "Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Verwundeten."

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