Abschluss Tarifverhandlungen Gebäudereiniger-Handwerk Deutliches Lohnplus für Gebäudereiniger

Die rund 550.000 Beschäftigten des Gebäudereiniger-Handwerks sollen ab dem 1. Januar 2014 mehr Geld erhalten. Nach insgesamt fünf Verhandlungsrunden haben sich die Tarifvertragsparteien auf ein deutliches Lohnplus für die gesamte Branche verständigt. Nach Ansicht des Bundesinnungsverbandes muss die Politik auf dieser Grundlage einen Mindestlohn erlassen.

Die Gebäudereiniger in West- und Ostdeutschland sollen ab dem 1. Januar 2014 mehr Lohn bekommen. - © Foto: Picture-Factory/fotolia

In zwei Stufen steigt demnach der Stundenlohn in der untersten Tarifgruppe 1 - der gleichzeitig der Mindestlohn in der Innenreinigung ist - im Westen von derzeit 9,00 Euro auf letztlich 9,55 Euro. Das Lohnniveau im Osten wird insgesamt von derzeit 85.5 Prozent auf 86 Prozent des Westniveaus angehoben und damit von derzeit 7,96 Euro auf 8,21 Euro.

Die Anhebung der anderen Lohngruppen erfolgt analog in gleicher prozentualer Höhe. Die Laufzeit ist bis zum 31.Oktober 2015 vereinbart worden. Trotz großer Anstrengungen zeigt sich die Branche mit dem Ergebnis zufrieden.

"Wir sind mit unserem Angebot an die Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit für unsere Betriebe gegangen, haben uns aber letztendlich auf einen gerade noch akzeptablen Abschluss einigen können. […] Gleichzeitig konnten wir unserem erklärten Ziel einer weiteren Angleichung der Ost- an die Westlöhne ein gutes Stück näher kommen", sagt Thomas Conrady, Verhandlungsführer des Bundesinnungsverbandes.

Festlegung weiterer Fahrplan

Die Tarifparteien haben weitere konkrete Schritte für die Ost-West-Angleichung vereinbart, Ab Oktober dieses Jahres soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe einen Fahrplan erarbeiten. Ziel ist es, spätestens zum Januar 2019 einheitliche Löhne in Ost und West zu haben.

Auch für die Auszubildenden sind Erhöhungen der Monatsvergütung erzielt worden. Die Angleichung Ost an West erfolgt im ersten Schritt auf 88 Prozent und im Zweiten auf 90 Prozent des Westniveaus.

Das Gebäudereiniger-Handwerk fordert nun von der Politik einen schnellen Erlass des Mindestlohns im Rahmen des Arbeitnehmerentsendegesetzes durch das Bundesarbeitsministerium. Nach Ansicht des BIV ist mit dem Abschluss der Tarifverhandlungen die Grundlage geschaffen worden. Es liege nun an der Politik zu handeln und faire Wettbewerbsbedingungen für die Gebäudereiniger zu erhalten. dhz