Gefälschte Banknoten und Münzen Deutlich mehr Falschgeld im Umlauf: So erkennen Betriebe Blüten

Knapp 57.000 falsche Euro-Scheine wurden 2023 nach Angaben der Bundesbank aus dem Verkehr gezogen. Das waren gut 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit diesen Maßnahmen können sich bargeldintensive Handwerksbetriebe davor schützen, selbst Falschgeld anzunehmen.

200- und 500-Euro-Banknoten.
Vor allem gefälschte 200- und 500-Euro-Banknoten waren im Rahmen von größeren Betrugsfällen im Umlauf. - © jo.weber - stock.adobe.com

Geldfälscher in Deutschland und Europa haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Blüten unters Volk gebracht. Polizei, Handel und Banken zogen in Deutschland knapp 56.600 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr, wie die Bundesbank am 29. Januar mitteilte. Das waren gut 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Der Anstieg der Falschgeldzahlen liegt in wenigen größeren Betrugsfällen vor allem mit gefälschten 200- und 500-Euro-Banknoten begründet", erläuterte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz.

Das Risiko sei aber für Normalbürger gering. Im Schnitt entfielen nach Berechnungen der Bundesbank im Jahr 2023 in Deutschland sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. "Die Zahlen sind weit weg vom Allzeithoch des Jahres 2015", ordnete Balz ein. Damals waren 95.400 Blüten in Deutschland aus dem Verkehr gezogen worden.

Bargeldintensive Handwerksbetriebe sollten aufmerksam sein

Im vergangenen Jahr trieben einige große Betrugsfälle, bei denen Verkäufern von Luxuswaren wie Schmuck, Uhren und Autos falsche 200er und 500er untergejubelt wurden. Die Schadenssumme verdoppelte sich in der Folge fast von 2,7 Millionen Euro 2022 auf 5,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Damit ist das Risiko, Falschgeld in die Hände zu bekommen, auch besonders hoch für bargeldintensive Handwerksbetriebe, etwa für Kfz-Betriebe, Uhrmacher oder Goldschmiede. Aber auch Bäckereien, Metzgereien, Textilreinigungen und viele andere kommen täglich mit Geldscheinen und -münzen in Berührung. Mit diesen Maßnahmen können sie sich vor den Blüten schützen:

An welchen Merkmalen lässt sich Falschgeld erkennen?

Laut dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) ist "kippen, sehen und fühlen" der Schlüssel zur Erkennung von Falschgeld. Denn die modernen Euro-Noten weisen diverse Sicherheitsmerkmale auf, mit denen die Erkennung unkompliziert möglich sein soll.

Weil sich Fälscher häufig auf nur wenige Sicherheitsmerkmale konzentrierten und einige der Merkmale auch schwer zu fälschen seien, sollten Betriebe und Verbraucher immer mehrere Details prüfen. Zum Beispiel diese:

  • Smaragdzahl: Unten links im Eck auf der Vorderseite einer echten Euro-Note befindet sich die sogenannte Smaragdzahl. Je nach Blickwinkel verändert sie ihre Farbe von smaragdgrün nach tiefblau.
  • Sichtfenster: Ab der 20-Euro-Note haben Geldscheine am rechten Rand ein Sichtfenster, das in das Hologramm eingearbeitet ist. Erkennen kann man es gut, wenn man den Schein gegen das Licht hält.
  • Wasserzeichen und Sicherheitsstreifen: Apropos gegen das Licht halten – bei dieser Prüfung lassen sich auch gleich das Wasserzeichen, das sich am linken Rand des Scheins befindet, sowie der Sicherheitsstreifen erkennen, der die Note mittig vertikal durchzieht. Beides sei schwer zu fälschen, teilt der BdB mit.
  • Haptische Rillen: An beiden Seiten eines jeden echten Geldscheins befinden sich feine Rillen. Wer darüber fährt, müsste die Ausprägungen fühlen können.

Wie können Handwerksbetriebe Falschgeld prüfen?

Neben einem Geldprüfstift empfiehlt der Bankenverband Betrieben auch die Prüfung mithilfe von UV-Licht.

  • Geldprüfstifte sind in chemischer und in elektronischer Form erhältlich, so der BdB. Mit dem chemischen Stift wird ein heller Teil des Geldscheins markiert. Erscheint danach eine gelbliche Verfärbung, handelt es sich in der Regel um einen echten Geldschein. Bei Falschgeld hingegen verfärbt sich die Stelle dunkel. Der elektronische Stift prüft entlang der Seriennummer automatisch die fluoreszierende Farbe in der Banknote. Sollte der Geldschein echt sein, gibt der Stift ein akustisches Signal ab.
  • UV-Licht: Auch die Überprüfung von Geldscheinen anhand von UV-Licht wird mit einem Geldprüfstift oder aber mit einem Geldscheinprüfer durchgeführt. Geldscheinprüfer machen die UV-Elemente der Banknote sichtbar oder überprüfen diese. Die UV-Elemente in Euro-Banknoten sind fluoreszierende eingestreute Fasern, welche dreifarbig rot, grün und blau leuchten. Der Bankenverband erklärt: Bei der aktuellen Europa-Serie der Banknoten leuchten auf der Vorderseite die Sterne der Europaflagge. Auf der Rückseite leuchtet die Seriennummer und der Glanzstreifen. Auch das Hauptmotiv der Banknoten sowie ein Teil der großen Sterne leuchten grün. 

Wie erkennen Betriebe gefälschte Euro-Münzen?

Einen deutlichen Anstieg verzeichnete die Bundesbank 2023 auch bei gefälschten Münzen. Fast 115.900 Stück wurden aus dem Verkehr gezogen, ein Jahr zuvor waren es knapp 73.400. Die Bundesbank erklärt dies vor allem damit, dass einige Unternehmen über längere Zeit verdächtiges Hartgeld sammelten und erst im vergangenen Jahr bei der Bundesbank einreichten. Zudem tauchten vermehrt gefälschte Zwei-Euro-Münzen auf.

Wie auch bei Geldscheinen sollte zunächst auf die Optik der Münzen geachtet werden, erklärt der BdB. Echte Euro-Münzen besitzen demnach scharfe Konturen und ausgeprägte Details. Fälschungen haben laut Bankenverband oft eher weiche Übergänge und narbige oder fleckige Flächen. Auch die Ränder seien bei den Originalen sauber ausgeprägt mit unterschiedlichen Riffelungen.

Zudem sollten Handwerksbetriebe auf die Farbe achten. Falschmünzen seien oft nach kurzer Zeit fleckig oder die Beschichtung blättert ab. Auch ein Magnet helfe bei der Überprüfung der Echtheit: Leicht magnetisch ist lediglich der Mittelteil der echten Ein- und Zwei-Euro-Münzen, stark magnetisch sind originale Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen.

Was sollten Handwerker tun, wenn sie Falschgeld in den Händen halten?

In den Besitz von Falschgeld gelangt? Die Bundesbank rät, sofort zur Polizei zu gehen. Und das auch, wenn es sich dabei nur um einen Verdacht handelt. Denn wer Falschgeld weitergibt, macht sich strafbar, so der BdB. Falsche oder verdächtige Münzen sollten bei der Bundesbank abgegeben werden.

Wie können Handwerksbetriebe sich in diesem Bereich besser schulen?

Die Deutsche Bundesbank bietet kostenlose Schulungen auch für Unternehmen an, damit diese Falschgeld erkennen. >>> Hier mehr erfahren: Schulungen für Falschgelderkennung.

ew/mit Inhalten der dpa