Wärmebildkameras finden im Handwerk immer häufiger Verwendung. Sie liefern Handwerkern detailreiche Wärmebilder in hoher Auflösung. Auch Energieberater Torsten Viertel verwendet sie für seine Arbeit und leistet Vorarbeit für andere Gewerke.
Christoph Ledder

Wärmebildkameras sind aus der Praxis im Handwerk nicht mehr wegzudenken. Ob bei der Gebäudesanierung oder auch bei Inspektionen an der Fußbodenheizung – sie werden immer öfter angewandt. Energieberater und Bauunternehmer Torsten Viertel arbeitet schon seit einigen Jahren mit "Flir-Systems", einem der Weltmarktführer.
Tageslicht als Referenz
Sie sind einfach in der Handhabung und liefern Wärmebilder mit einer hohen Bildqualität. Darüber hinaus haben sie eine eingebaute Digitalkamera, wodurch Beobachtungen und Inspektionen einfacher und schneller gemacht werden, da die Tageslichtbilder als Referenz zum Wärmebild verwendet werden können. Flir bezeichnet das als die so genannte "MSX-Technolgie". Aus dieser Technologie resultieren gestochen scharfe Wärmebilder, eine schnellere Ausrichtung auf das Ziel und Berichte ohne Stördaten.
Gebäudeenergieberater Torsten Viertel erläutert, dass sich jeder Handwerker, der mit Wärmebildkameras arbeiten möchte und Einsteiger ist, Gedanken machen sollte, "welche Arbeiten er damit machen möchte". So eignen sich die Kameras der Flir Ex-Serie besonders für elektrische und mechanische Inspektionen sowie für die Aufspürung gebäudespezifischer Probleme.
Hintergrundwissen ist notwendig
Neben Kältebrücken im Mauerwerk können mit Wärmebildkameras der Ex-Serie Schwachstellen von Scheibenheizungen von Autos sichtbar gemacht werden oder auch defekte Fußbodenheizungswindungen erkannt werden. Trotz einfacher Bedienung der Kamera brauchen Handwerker trotzdem Hintergrundwissen, wenn sie mit ihnen vernünftige Messergebnisse erreichen möchten. Vietel erklärt: "Man muss über die Emissionswerte und die Beschaffenheit des jeweiligen Objekts Bescheid wissen." Auch bei Innenmessungen kann es vorkommen, dass die Luftfeuchtigkeit nachreguliert werden muss, da sonst verfälschte Messdaten zustande kommen.

Günstige Einsteigermodelle
Die verschiedenen Modelle der Ex-Serie von Flir (Flir E4 bis Flir E8) unterscheiden sich zum einen in der Wärmebildqualität. Die geringste Bildauflösung liegt bei 80x60 Pixel (E4), die höchste hat 320x240 Pixel (E8). Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Modellen der Ex-Serie auch in der Erkennung minimaler Temperaturunterschiede. So können die einzelnen Kameras Temperaturunterschiede von 0,15 bis zu 0,06 Grad Celsius erkennen.
Speziell für Einsteiger entwickelt, messen sie Temperaturen bis 250 Grad Celsius und zeichnen Wärmebilder im JPEG-Format auf, die alle erforderlichen Temperaturdaten enthalten.Viertel ist mit der Technik von Flir zufrieden. Er hat sich über die Jahre mit der Technik und auch der Auswertung der Messdaten vertraut gemacht und arbeitet täglich mit der Kamera. Andere Gewerke im Handwerk können aufgrund seiner Messergebnisse ihre Arbeit ohne große Voruntersuchungen aufnehmen.
Weitere Hersteller von Wärmebildkameras
Neben "Flir" gibt es weitere Hersteller von Wärmebildkameras. Unter anderem zählen "testo", "Chauvin Arnoux" und "Land" dazu. Auch diese werden vorwiegend zur Gebäudesanierung oder für mechanische Inspektionen verwendet. Wie auch die "Flir" gelten sie als Hilfsmittel für die Lokalisierung von Wärmelecks und finden in der Gebäudethermographie Anwendung. Durch die Kameras können Isolationsfelder, Kältebrücken, Feuchtigkeitsprobleme und Undichtigkeiten beseitigt werden.
Bei den genannten Herstellern gibt es Kameramodelle mit jeweils unterschiedlicher Bildauflösung. Im Gegensatz zur "Flir misst die "test" Temperaturen bis maximal 550 Grad Celsius. Auch bei den anderen Herstellern liegen die Einstiegspreise bei rund 1.000 Euro. Kameras mit hoher Bildauflösung kosten zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Neben der Ex-Serie von "Flir" werden speziell für den Bau und Erneuerbare Energien die i-Serie, die Ebx-Serie sowie die die T600bx-Serie verwendet.
