BA-Chef Weise kritisiert die Bundeswehr "Derzeit fehlen noch alle Angebote"

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA) und früherer Leiter der Kommission zur Reform der Bundeswehr, übt Kritik an der Rekrutierungspraxis der neuen deutschen Freiwilligenarmee. Dass zum 1. Juli Freiwillige für die Bundeswehr fehlen würden, sei "leider absehbar" gewesen, sagte Weise der "Passauer Neuen Presse".

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"Derzeit fehlen noch alle Angebote"

Passau/Berlin (dapd). Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA) und früherer Leiter der Kommission zur Reform der Bundeswehr, übt Kritik an der Rekrutierungspraxis der neuen deutschen Freiwilligenarmee. Dass zum 1. Juli Freiwillige für die Bundeswehr fehlen würden, sei "leider absehbar" gewesen, sagte Weise der "Passauer Neuen Presse". Er sei "sehr erstaunt", dass man nach dem Aussetzen der Wehrpflicht geglaubt habe, "Freiwillige zu gewinnen, indem man 100.000 junge Leute nur anschreibt". So könne man aber keine Freiwilligen gewinnen.

Weiter erklärte der BA-Chef: "Wir in der Kommission wollten ein Recht zur Einberufung der jungen Menschen für einen Tag: An diesem Tag sollten sich Bundeswehr, aber auch Zivildienstträger präsentieren. So könnte man junge Menschen interessieren." Weises Fazit: "Derzeit fehlen noch alle Angebote, wie der Dienst in der Bundeswehr attraktiv gemacht werden kann."

dapd