Der Zweck bestimmt das Outfit

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    In luftigen Höhen, bei jedem Wetter, mit schwerem Gerät das Baugewerbe fordert tagtäglich Höchstleistungen unter teils extremen Bedingungen. Funktionsbekleidung hält den hohen Anforderungen auf der Baustelle stand, schützt die Mitarbeiter zuverlässig vor Verletzungen und unterstützt sie in ihrem Arbeitsalltag. Foto: boco
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    Starke Verarbeitung mit hochwertigen Geweben und soliden Kontrastnähten. Für professionellen Arbeitseinsatz.Foto: BP

Der Zweck bestimmt das Outfit

Soll sich das Unternehmen selbst um die Bekleidung seiner Mitarbeiter kümmern, einschließlich Pflege und Reinigung der Wäsche, oder sollte man die Möglichkeiten des Outsourcings nutzen? Hier ist vieles zu beachten.

Die Beantwortung dieser Fragen erfordert, Vorteile und Nutzen ebenso wie mögliche Probleme zu fixieren. In erster Linie geht es darum, wie die Pflege der Berufsbekleidung so gut wie möglich in die Betriebsabläufe zu integrieren ist, wie sich der Schutz der Mitarbeiter durch die Berufsbekleidung sicherstellen lässt und wie die speziellen Hygieneanforderungen eines Nahrungsmittelbetriebs erfüllt werden können. Zudem gilt es, ein gepflegtes Erscheinungsbild nach außen zu tragen und den Kunden ein einheitliches Image zu vermitteln. Und nicht zuletzt sind Kostenvergleiche zwischen Textilleasing und den eigenen Investitions- und Pflegekosten anzustellen.

Einheitlicher „Dress-Code“

Bei der Auswahl müssen die gestiegenen Anforderungen des Gesetzgebers an den Arbeitsschutz berücksichtigt werden. In anderen Bereichen, beispielsweise bei Monteuren oder im Catering, geht es auch um das Image des Unternehmens. Ein einheitlicher „Dress-Code“ eines bestimmten Betriebs erhöht dessen Wiedererkennungswert. Das merken auch die Kunden. Eine ansprechende Bekleidung prägt das äußere Erscheinungsbild des Betriebs und steht für fachliche Kompetenz. Sie ist die Visitenkarte des Unternehmens.

Die Bekleidung von Mitarbeitern wird zur Corporate Identity, die Kunden und Mitarbeitern ein gutes Gefühl vermittelt.

Kaufen oder mieten?

Das eigenständige Management von Berufstextilien scheint günstiger als die Vergabe an Textildienstleister doch erzeugt es zusätzliche Kosten. Da heißt es, gut zu kalkulieren und versteckte Kosten einzubeziehen. Zunächst entstehen hohe Anfangsinvestitionen für den Kauf der Textilien. Anders beim Leasing: Das Textilserviceunternehmen beschafft die Bekleidung auf eigene Kosten und kann dabei über die Masse in der Regel bessere Preise erzielen.

Durch das Vermeiden der Investition entsteht für den Leasingnehmer zudem ein Plus an Liquidität und die monatlichen Leasingraten können als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Auch entfällt die personal-, platz-, zeit- und kostenintensive Lagerhaltung ebenso wie das komplette Handling und die Logistik. Einberechnet werden müssen daneben die Kosten für Energie- und Wasserverbrauch. Zuallererst muss ein Unternehmen seinen gesamten Wäschebedarf ermitteln, Materialien und Kollektionen auswählen sowie Pflege und Wechselzyklen festlegen. Hier kann der Dienstleister helfen, für die Wäsche ungeeignete Bekleidung zu vermeiden und geeignete Schnitte und Stoffe festzulegen. Es lohnt sich, bei der Auswahl der Bekleidung die Mitarbeiter früh einzubinden, um sie zu motivieren und den Tragekomfort zu gewährleisten. Das Anbringen von Firmenlogo und Name des Mitarbeiters auf den Bekleidungsstücken kann der Dienstleister ebenfalls übernehmen. Die Anzahl der Garnituren pro Mitarbeiter wird je nach Tätigkeit und der Häufigkeit des Wäschewechsels berechnet.

Spezielle Anforderungen

Bei der Berufsbekleidung gibt in einigen Branchen zusätzlich noch ganz spezielle Ansprüche: Hier stehen Schutzfunktionen im Vordergrund. So soll die Bekleidung einerseits den Mitarbeiter bei seiner Arbeit vor Verletzungen schützen und die Arbeitssicherheit erhöhen. Andererseits gilt es auch, das zu verarbeitende Produkt zu schützen. Die Arbeitssicherheit wird beispielsweise beim Schweißeranzug berücksichtigt. Im Fleischerhandwerk wird die Arbeitssicherheit durch textile Schnittschutzhandschuhe mit hoher Weiterreiß- und Schnittfestigkeit oder durch entsprechende Produkte aus Metallgewebe erhöht. Spezielle Stechschutzschürzen oder Sicherheitsschuhe gegen Rutschgefahr tragen zum Mitarbeiterschutz bei. Hinsichtlich des Produktschutzes sind die wichtigsten Anforderungen in der deutschen DIN 10524 festgehalten. Sie dient zur Orientierung und soll die Einhaltung von hygienisch einwandfreien Bedingungen beim Umgang mit Lebensmitteln bezüglich der Arbeitsbekleidung erleichtern. Sie ist für alle Bereiche formuliert, in denen Lebensmittel hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht werden. Ziel ist, die hygienegerechte Auswahl sowie den hygienegerechten Umgang mit Arbeitsbekleidung zu ermöglichen. Damit vermeidet man die Kontamination der Lebensmittel. Hierzu werden Anleitungen zur Herstellung, Auswahl, Nutzung und Wiederaufbereitung von Arbeitsbekleidungen in Lebensmittelbetrieben gegeben.

Festgelegt sind beispielsweise Anforderungen an die Konfektion, die je nach Risikoklasse zu berücksichtigen sind. So sollte die Bekleidung in Bereichen mit hohem und höchstem Hygienerisiko wenn möglich keine außen liegenden Taschen besitzen. Außerdem empfiehlt die Norm lange Ärmel, innen liegende Knöpfe und verdeckte Druckknopfleisten zum Verschließen der Bekleidung. Kragen sollten vorzugsweise hochgeschlossen sein und Mäntel sollten bis zum Knie reichen. Und auch Embleme wie Firmenlogo oder Mitarbeitername sind nur zulässig, wenn sie permanent angebracht sind.

Ausreichende Menge vorhalten

Weiteres wichtiges Glied in der Hygienekette ist der Austausch der Arbeitsbekleidung. Abhängig von Verschmutzungsgrad und Risiko empfiehlt die Norm einen Wechsel bis zu mehrmals täglich. Entsprechende Bekleidung muss daher immer in ausreichender Menge vorhanden sein.

Die Wiederaufbereitung der Arbeitsbekleidung im Privathaushalt ist laut Norm aus hygienischen Gründen nicht zu empfehlen. Stattdessen sollte eine hygienegerechte Aufbereitung normgerechter Bekleidung nach DIN 10524 erfolgen. Dies geschieht nach aktuell anerkannten Hygienestandards in Betrieben mit implementiertem RABC-Hygienemanagementsystem (DIN EN 14065) oder Betrieben mit aktuellem Hygienezeugnis RAL-GZ 992/3.dhz

Einen Überblick über das Dienstleistungspaket und die Abläufe bei der textilen Dienstleistung gibt die Internetseite des Branchenverbands der industriellen Textildienstleister (intex): www.intex-berufskleidung.de