Der Weg in die Krise

Chronologie der Ereignisse

Der Weg in die Krise

Jahrtausendwende: Die US-Wirtschaft boomt, die Bürger leben auf Pump. Der Handel mit Finanzderivaten liegt 2007 bei 600 Billionen Dollar.

11.09.2001: Nach den Terroranschlägen in New York flutet die Zentralbank den Markt mit Geld, der Leitzins fällt auf ein Prozent. US-Investmentbanken basteln aus wenig gesicherten Immobilienkrediten Wertpapiere mit Toprenditen. So wird der US-Immobilienmarkt zum beliebten Investitionsobjekt.

03.04.2007: Der US-Hypothekenfinanzier New Century Financial geht pleite.
22.06.2007: Zwei Immobilienfonds von Bear Stearns kollabieren.

30.07.2007: Die Mittelstandsbank IKB steht vor dem Zusammenbruch.

01.08.2007: Die Hypothekenbank American Home Mortgage ist insolvent.

10.08.2007: Die SachsenLB überlebt nur durch eine Kreditlinie der Sparkassen in Höhe von 17,3 Milliarden Euro.

20.09.2007: Goldman Sachs, Lehman Brothers, Bear Stearns und Morgan Stanley schreiben Milliarden ab.

08.11.2007: Postbank und Dresdner Bank schreibeb Millionenverluste ab.

10.12.2007: Der weltgrößte Vermögensverwalter, die Schweizer UBS, schreibt zehn Milliarden Dollar ab.

Anfang Januar 2008: Die Citigroup scheibt 18 Millarden Dollar ab, Merrill Lynch 15 Milliarden.

13.02.2008: KfW und Kreditwirtschaft retten die IKB mit acht Milliarden Euro.

Mitte Februar 2008: Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank, Hypo Real Estate, Postbank, Münchner Rück, DZ Bank und HVB melden Verluste.

16.03.2008: J.P. Morgan Chase kauft Bear Stearns und erhält dafür Garantien von der US-Regierung.

01.04.2008: Deutsche Bank und UBS melden Verluste von 2,5 Milliarden Euro und 19 Milliarden Dollar. Es folgen Institute wie WestLB und BayernLB.

11.07.2008: Die US-Behörden schließen den Immobilienfinanzierer IndyMac.

14.07.2008: US-Regierung und Notenbank stützen die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac und stellen sie später unter Staatsaufsicht.

25.07.2008: Münchner Rück und Hannover Rück geben Gewinnwarnungen.

31.07.2008: Die EZB pumpt 100 Milliarden Euro Liquidität in die Märkte.

21.08.2008: Die KfW verkauft die IKB an den Finanzinvestor Lone Star. Das kostet KfW und Bund 10,7 Milliarden Euro.

15.09.2008: Lehman Brothers meldet Insolvenz an, Merrill Lynch wird von der Bank of America gekauft. Die KfW kann eine Überweisung an Lehman Brothers nicht stoppen und verliert 300 Millionen Euro.

16.09.2008: Der Versicherer AIG wird von der US-Regierung mit einem 85-Milliarden-Dollar-Kredit gerettet. Die Börse stürzt ab, die Notenbanken pumpen 150 Milliarden Euro in den Markt.

September 2008: Der Internationale Währungsfonds erwartet durch die Finanzkrise 1,3 Billionen Dollar Verluste.

18.09.2008: Die britische Bank Lloyds TSB übernimmt den Baufinanzierer HBOS, Morgan Stanley verhandelt mit Wachovia über eine Fusion.

19.09.2008: Die USA und Großbritannien verbieten Wetten auf sinkende Aktienkurse, so genannte Leerverkäufe.

20.09.2008: Die US-Regierung will mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket faule Kredite aufkaufen. 23.09.2008: Die US-Börsenaufsicht erweitert das Verbot von Kurswetten.

26.09.2008: Die größte US-Sparkasse Washington Mutual ist pleite. JP Morgan Chase will bei dem Konkurrenten einsteigen.

29.09.2008: Bundesregierung, Banken und Sparkassen retten den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate mit einer Finanzspritze von 50 Millarden Euro. Die britische Regierung verstaatlicht die Hypothekenbank Bradford & Bingley.

03.10.2008: Der US-Kongress verabschiedet einen Rettungsplan für die Finanzwirtschaft im Volumen von 700 Milliarden Dollar. Die Niederlande übernehmen Teile des Finanzkonzerns Fortis für 16,8 Milliarden Euro.

06.10.2008: Die Börsen gehen nach weiteren Milliardenlöchern bei der Hypo Real Estate erneut auf Talfahrt.

07.10.2008: Island stellt aus Angst vor einem Staatsbankrott das Bankenwesen unter staatliche Kontrolle.

08.10.2008: Großbritannien beschließt eine Teilverstaatlichung der größten Banken des Landes und ein Hilfspaket über 500 Milliarden Pfund. Viele Notenbanken senken ihre Leitzinsen.

09.10.2008: Trotz Leitzinssenkungen setzt sich die Talfahrt an den Börsen fort.

13.10.2008: Die Bundesregierung verkündet ein Programm zur Stabilisierung der Finanzwirtschaft über 500 Milliarden Euro.

14.10.2008: Die Wirtschaftsforscher reduzieren ihre Wachstumsprognose für 2009 auf 0,2 Prozent, eine Rezession droht. fw