Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker modernisiert. Hintergrund sind die immer komplexeren und technisch anspruchsvolleren Prothesen und Rehabilitationsmittel. Die neue Verordnung tritt zum 1. August in Kraft.

Die neue Ausbildungsordnung geht zum 1. August an den Start. Sie löst die bereits 17 Jahre alte Verordnung für den Beruf Orthopädiemechaniker und Bandagist ab. Zur technischen Entwicklung kommt hinzu, dass immer mehr Menschen mit vorübergehenden oder ständigen körperlichen Beeinträchtigungen in einer mobilder werdenden Gesellschaft orthopädietechnische Unterstützung brauchen. Der Bedarf an Rehabilitationsmitteln und Prothesen steigt bei älteren wie auch jüngeren Menschen, und die fachgerechten Lösungen werden immer komplexer.
Der Patient als Maß der Dinge
Orthopädietechnik-Mechaniker konstruieren, bauen und passen orthopädietechnische Hilfsmittel nach Maßen der Patienten und Patientinnen an und halten Prothesen, Orthesen – also orthopädische Apparate zur Entlastung, Stabilisierung, Ruhigstellung oder Korrektur von Gliedmaßen oder Rumpf – und rehabilitationstechnische Geräte instand. Bei der Patientenversorgung beachten sie anatomische, physiologische, biomechanische und pathologische Gegebenheiten. Sie wahren den Patientendatenschutz und achten im Kundenkontakt auf Diskretion, Sensibilität und kulturelle Identitäten.
Die Fachkräfte werden in Orthopädietechnik- und Rehabilitationswerkstätten sowie in Sanitätshäusern eingesetzt. Darüber hinaus erfolgt die Patientenversorgung oft direkt im Krankenhaus oder auch im häuslichen Bereich. Durch die Modernisierung und Neustrukturierung wird das Berufsbild den Anforderungen der Bereiche Prothetik, individuelle Orthetik und individuelle Rehabilitationstechnik gerecht, indem entsprechend differenzierte Schwerpunkte über ein halbes Jahr zum Ende der Ausbildung geschaffen wurden.
Vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten
Weiterhin wurde die vormalige Ausbildungszeit von 3,5 Jahren auf 3 Jahre reduziert. 2012 wurden in diesem Beruf 462 neue Ausbildungsverhältnisse registriert, knapp 40 Prozent davon mit weiblichen Auszubildenden. Die modernisierte Ausbildung eröffnet vielfältige berufliche Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten im Gesundheitswesen, so unter anderem die Weiterbildung zum Orthopädiemechaniker- und Bandagisten-Meister, um damit selbstständig tätig zu werden. Darüber hinaus kann, wer über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, ein Studium im Bereich der Medizintechnik aufnehmen.
Weitere Informationen im Internetangebot des BIBB unter bibb.de/neue-berufe-2013